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Epilepsie und Sexualität: Männer klagen über Störungen
Epilepsie: Sexualität des Mannes leidet

Bei der Epilepsie handelt es sich um die häufigste chronische Krankheit des zentralen Nervensystems. Etwa jeder 20. Mensch kann im Laufe seines Lebens mindestens einen epileptischen Anfall erleiden. Für die Betroffenen - insbesondere die Männer - bedeutet die Einnahme von Medikamenten oft eine schwerwiegende Beeinträchtigung des Sexuallebens.

Das geschlechtsspezifische Thema "Männer mit Epilepsie" wurde bislang oft vernachlässigt. Inzwischen weiß man, dass die Krankheit bei einem Teil der Männer deren Sexualität verändert. Männer mit Epilepsie klagen überdurchschnittlich häufig über Störungen der sexuellen Funktionen. Sie nennen insbesondere Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen (Libidoreduktion), ein Versagen genitaler Reaktionen (erektile Dysfunktion), Ejakulationsstörungen (Orgasmusstörungen) und auch eine verminderte Fruchtbarkeit (Fertilität).

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Teil der Beschwerden durch verschiedenste krankheitsbedingte Faktoren verursacht werden. Ein anderer Teil beruht jedoch nach Erfahrung von Dr. Günther Krämer vom Schweizerischen Epilepsiezentrum in Zürich auf der Wirkung der zur Behandlung eingesetzten Medikamente. Darüber hinaus können im Rahmen der Erkrankung auch psychische Veränderungen (Stress, Angst, Depression usw.) Auslöser sexueller Störungen sein.

Nicht selten treten Epilepsien zum ersten Mal in der Zeit der Pubertät auf, also in einer Entwicklungsphase, die von deutlichen Veränderungen und Schwankungen im Hormonhaushalt des Organismus gekennzeichnet ist. Zur Behandlung stehen dann unterschiedliche Therapieformen zur Verfügung. In der Mehrzahl der Fälle werden jedoch spezielle, gegen die Krankheit wirkende Medikamente, sogenannte Antiepileptika, eingesetzt. Einige Präparate beeinflussen die für die Sexualität des Mannes wichtigen hormonellen Prozesse (z.B. die körpereigene Bildung und Ausschüttung von Testosteron). Dadurch können sie vor allem bei Männern mit fokalen, also von einem bestimmten Bezirk des Gehirns ausgehenden Epilepsien deutliche Störungen in der Sexualfunktion bewirken.

Dr. Gerhard Luef von der Universitätsklinik Innsbruck erklärt, dass sogenannte Enzym-induzierende Antiepileptika – dazu zählen z.B. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Primidon – hormonelle Veränderungen herbeiführen können. Dieser Effekt trete jedoch bei Wirksubstanzen mit nur geringer oder fehlender Enzyminduktion (z.B. Oxcarbazepin, Benzodiazepine, Ethosuximid und Topiramat) kaum auf. So haben klinische Studien dokumentiert, dass unter der Therapie von Oxcarbazepin keine wesentlichen Veränderungen im Sexualhormonspiegel eintreten. Dies unterstreicht, daß die Wahl des zum Einsatz gelangenden Medikamentes auch hinsichtlich des Einflusses auf die Sexualfunktion des Mannes und damit der grundlegenden Lebensqualität von ausschlaggebender Bedeutung ist.

WANC 16.12.03/hbrl

Epilepsie- Vereinigung

Epinews

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