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Pro Jahr erleiden in Deutschland 60.000 Menschen einen Wintersport-Unfall
Wintersport: Mehr Knie- und Schulterverletzungen

Das Verletzungsrisiko bei Skisport hat sich in den letzten Jahren um 40% verringert. Und wen es erwischt hat, der liegt um die Hälfte kürzer im Krankenhaus. Moderne Trendsportarten sorgen aber dafür, dass vermehrt schwere Knie- und Schulterverletzungen auftreten.

Pulverschnee und Sonne ist der Traum eines jeden Wintersportlers. Allein in Deutschland schnallen sich jeden Winter ca. 8,5 Millionen Leistungs- und Freizeitsportler ein bzw. zwei Bretter unter die Füße und gehen auf die Piste. Der Spaß kann aber sehr schnell vorbei sein, wenn es plötzlich zu einem Unfall kommt.

Das Weiß des Schnees wird dann oft vom Weiß des Ärztekittels abgelöst. Damit es nicht soweit kommt, dürfen die Gefahren eines möglichen Wintersport-Unfalls nicht unterschätzt werden. 2001 wurden in Deutschland über 60.000 Wintersportverletzte registriert, im Durchschnitt mit 10 Tagen Klinikaufenthalt - in der Wintersport-Oase Österreich gibt es sogar ca. 90.000 Verletzte pro Saison, davon 67.000 mit Krankenhaus-Aufenthalt. Daraus entstehen den Krankenkassen Kosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro.

Diese Zahlen können erschrecken. Doch das sieht Dr. Hubert Hörterer, Facharzt für Orthopädie, Sportmedizin und für Physikalische und Rehabilitative Medizin anders: „Also ich sehe die Zahlen zunächst überhaupt nicht erschreckend, auf den ersten Blick mag es vielleicht so wirken, aber wenn man sich mit den Untersuchungen und Statistiken der letzten 25 Jahre beschäftigt, dann zeigt sich, dass das Verletzungsrisiko im alpinen Skisport um rund 40% zurückgegangen ist. Die Zahl der stationär versorgten Patienten ist ungefähr um 25% zurückgegangen. Die mittlere Aufenthaltsdauer im Krankenhaus bei schweren Verletzungen hat sich ungefähr halbiert. Also man kann ganz klar sagen, dass der alpine Skisport kein gefährlicher Sport ist.“

Das mögen andere anders bewerten. Doch neben dem klassischen Ski-Langlauf und Ski alpin gibt es viele Trendsportarten wie Snowboard, Carving und Freeskiing, die von immer mehr begeisterten Freizeitsportlern ausgeübt werden. Allerdings hinterlassen diese Sportarten typische Verletzungen.

Das bestätigt Prof. Dr. Andreas Imhoff, Facharzt für Orthopädie und für Spezielle Orthopädische Chirurgie: „Die typischen Trendsportsarten wie Snowboard oder Carving haben klare Verletzungsmuster hinterlassen. Das sind vorwiegend Verletzungen durch Stürze auf die oberen Extremitäten in Folge höherer Geschwindigkeit. Wir haben also mehr Schulterverletzungen als früher, aber wir haben weniger Knieverletzungen beim Snowboard.

Früher waren Kniebrüche bzw. Unterschenkelbrüche häufiger und Fußverletzungen, das ist fast nicht mehr der Fall. Beim Carving sind es eher wieder Knieverletzungen, weil wir mit relativ hoher Geschwindigkeit in der Kurve auf den Kanten fahren, d.h. man muss wirklich carven, man muss die Muskulatur benutzen und diese Rotationskräfte, die dann auf das Knie wirken, die führen da zu Verletzungen des vorderen Kreuzbandes oder Miniskus oder Knochenverletzungen. Zum Glück können wir fast sagen, carven viele Leute nicht richtig, sondern rutschen immer noch um die Kurve, d.h. damit haben wir nicht so diese Verletzungen in dem Ausmaße wie wir sie hätten, wenn alle carven würden.“

WANC 06.02.06

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