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Entscheidend für die Gefahr der Bergkrankheit: Geschwindigkeit des Aufstieges (Stock photo: Image ID: 873518)
Entscheidend für die Gefahr der Bergkrankheit: Geschwindigkeit des Aufstieges (Stock photo: Image ID: 873518)
Bergsteigen: Unterschätztes Risiko Höhenkrankheit

Das scheint mittlerweile zur Normalität zu werden: Abenteuerlustige Touristen klettern auf die Dächer der Welt. Vielen mangelt es aber nicht nur an Höhenerfahrung. Und viele unterschätzen das Risiko für Höhenkrankheit, Lungen- und Hirnödem, warnen Experten im Deutschen Ärzteblatt International.

"Wünschenswert wäre eine bessere höhenmedizinische Beratung. Sie klärt, ob man für derartige Touren geeignet ist oder nicht - und auch, wie man es angehen sollte", betont Peter Bärtsch von der Uni Heidelberg. So bekommen mehrere Prozent der Besucher von Alpenhütten auf 4.000 Metern Höhenkrankheiten.

Entscheidend: Geschwindigkeit des Aufstieges
Ob Trekker gefährdet sind, entscheidet die Geschwindigkeit, mit der der Aufstieg durchgeführt wird und die Akklimatisierung an den geringeren Sauerstoffgehalt gelingt. "Bergbahnen können deshalb zur Falle werden", warnt der Mediziner. Vorzeichen einer Höhenkrankheit sind beispielsweise ein auffallender Leistungsabfall beim Aufstieg, trockener Husten, plötzliches Erbrechen oder refraktäres Kopfweh. Ein Ignorieren kann zu gestörtem Bewusstsein bis hin zu Koma und Tod führen.

Das Ödem vergleicht der Mediziner mit einem Leck in den Gefäßen, das Wasser und Eiweiße austreten lässt. "Die Lunge wird auf diese Weise überfüllt, wodurch man zu wenig Sauerstoff aufnimmt. Passiert es im Gehirn, so schwillt dieses gefährlich an." Beide Fälle erfordern rasche Behandlung: Beim Lungenödem durch die Verabreichung von zusätzlichem Sauerstoff oder Diuretika, bei Gehirnödem von Cortison. "In beiden Fällen ist dies jedoch bloß eine Überbrückung, falls der notwendige Abstieg nicht sofort möglich ist", erklärt Bärtsch.

Extreme Höhen können jeden gefährden
Treffen kann die Bergkrankheit jeden, der zu schnell in die Höhe gelangt, und zwar unabhängig von der sportlichen Kondition. Herz- und Lungenkranke sind wegen der bereits eingeschränkten Sauerstoffaufnahme und -transport im Nachteil, wobei das Problem grundsätzlich auch bei Gesunden ohne Akklimatisierung eintreten kann. Gewissen Schutz bietet ein Wohnort jenseits von 900 Höhenmetern, wie Studien aus den Rocky Mountains zeigen. "Das Risiko ist in der Regel dann niedrig, wenn man die Strecken in vernünftigem Tempo zurücklegt, wofür die Wegvorgaben Anhaltspunkte liefern", empfiehlt der Experte.

Auch nicht ohne: der Abstieg
Ein langsamer Aufstieg alleine reicht jedoch noch nicht als Überlebensstrategie: Die meisten Todesopfer fordern die extremen Gipfel wie etwa der Mount Everest am Abstieg, konnten US-Forscher kürzlich zeigen. Tribut fordern hier vor allem die Erschöpfung und Müdigkeit. Für die Abenteuerlust und das persönliche Vergnügen eignen sich hohe Berge, zur Gesundheitsförderung hingegen eindeutig nicht, meint Bärtsch. "Geht es um die Gesundheitsförderung, ist das Training in tieferen Lagen weitaus vernünftiger."

09.12.2011/ Quelle: Deutsches Ärzteblatt, pte
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