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EHEC: Wie man sich schützen kann

Das Bakterium Enterohämorrhagische Escherichia coli – kurz EHEC – kann sich von Tieren auf den Menschen übertragen. Doch viel häufiger finden die Infektionen durch verunreinigte Lebensmittel statt. Als Schutz gegen EHEC gibt es nur eines: Hygiene.

EHEC finden sich im Darm von Rindern, Schafen und Ziegen, aber auch Hirschen und Rehen. Zwar erkranken diese Tiere nicht offensichtlich, sondern scheiden den Erreger über ihren Kot aus. Eine Ansteckung des Menschen kann durch direkten Kontakt mit diesen Tieren erfolgen. Experten sagen, dass der Erreger jedoch viel häufiger durch verunreinigte Lebensmittel überragen wird. Gefährdet sind rohes Fleisch und Rohmilch (d.h. nicht pasteurisierte Milch) sowie Produkte aus diesen Lebensmitteln und außerdem Obst und Gemüse.
 
Gegen EHEC kann man bisher nur wenig ausrichten. Deshalb ist Vorbeugung angesagt und die lässt sich vor allem durch gesteigerte Hygiene erreichen. Also: Hände wasche nach dem Besuch der Toilette, vor dem Essen, nach dem Kontakt mit Tieren, wenn man nach der Arbeit oder dem Einkauf nach Hause kommt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, Obst und Gemüse gründlich abzuwaschen oder zu schälen. Vor der Infektion mit EHEC könne man sich ebenfalls durch gute Küchenhygiene schützen.  Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat hierzu fünf Regeln formuliert, die laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe insbesondere von Schwangeren beachtet werden sollten:
 
5 Regeln zur Vorbeugung
    ▪    Sauberkeit - dies betrifft sowohl die Hände, als auch Flächen und Geräte bei der Essenszubereitung.
    ▪    Rohes und Gekochtes trennen - beispielsweise durch getrennte Lagerung und Verarbeitung auf verschiedenen Schneidebrettern, um eine Kontamination der Lebensmittel untereinander zu verhindern.
    ▪    Gründlich erhitzen - z.B. Fleisch und Essen vom Vortag; nur ausreichende Erhitzung tötet Krankheitserreger zuverlässig ab; für EHEC gilt: mindestens zwei Minuten lang bei 70°C.
    ▪    Lebensmittel sicher lagern - z.B. im Kühlschrank und außerhalb der Reichweite von Haustieren.
    ▪    Sauberes Wasser und sichere Zutaten verwenden - Leitungswasser ist in unseren Breiten sicher und wird regelmäßig kontrolliert; weitere Zutaten sollten sorgfältig ausgewählt werden.

Und wie erkennt man, dass man erkrankt ist? Gar nicht so einfach, geben selbst Ärzte zu, weil Durchfall auch völlig harmlos sein kann. Patienten mit blutigem Durchfall sollten allerdings möglichst schnell einen Arzt aufsuchen, rät die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Das gelte besonders, wenn ein Kind, ein älterer oder ein abwehrgeschwächter Mensch erkrankt ist. Grundsätzlich müssten bei Durchfall Verluste an Elektrolyten und Flüssigkeit ersetzt werden.

Eine EHEC-Infektion könne sich aber auch als unblutiger, meist wässriger Durchfall zeigen. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen, seltener Fieber. Bei 10-20% der Erkrankten entwickelt sich als schwere Verlaufsform ein Durchfall mit krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber. Die Infektion könne aber auch ohne Beschwerden verlaufen und somit unerkannt bleiben.



Berliner Ärzteblatt 25.05.2011/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN), TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF), Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM), ABDA
 
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