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Dengue-Fieber: Größere Ansteckungsgefahr als gedacht

Bisher schätzte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der Menschen, die sich jährlich mit Dengue-Fieber infizieren, auf 50 bis 100 Mio. Eine Studie liefert jetzt Daten zur weltweiten Verbreitung der Infektionskrankheit, die erschrecken lassen. Demnach gibt es pro Jahr 390 Mio. Neuinfektionen. Das ist deshalb so kritisch, weil es gegen die Erkrankung keine Impfung oder Therapie gibt.

Das Dengue-Fieber wird durch den Dengue-Virus ausgelöst. Und dieses Virus wird von Stechmücken (Gelbfieber- oder Tigermücke) übertragen. Meist äußert sich die Infektion durch eine plötzlich stark ansteigende Temperatur (Fieber um die 40 Grad Celsius). Dazu gesellen sich starke Schmerzen in Muskeln, Gelenken, Knochen und Kopf. Verbunden ist das dann noch mit Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Darmproblemen, Husten und eine rötliche Verfärbung der Haut, die sich nach ein paar Tagen in einen erheblich juckenden Ausschlag verwandelt. Bei den meisten Menschen klingen diese Symptome nach rund einer Woche wieder ab, was bleibt ist eine meist länger anhaltende Schwäche.

So läuft es ab, wenn man Glück hat. Wenn man Pech hat, dann folgen auf das hohe Fieber Blutungen zuerst der Haut und dann in Magen und Darm sowie Nase und Zahnfleisch. Das Blut verändert sich, manche erbrechen Blut oder haben blutigen Stuhlgang. Für etwa 20.000 der jährlich Infizierten endete das Dengue-Fieber tödlich.

Das ist doch eine tropische Erkrankung, werden die meisten sagen. Kann uns in Europa doch nicht bedrohen. Tatsächlich benötigen die Mücken ein bestimmtes - warmes - Klima. 70% der Infektionen finden in Asien statt. Mit den Klimaverschiebungen ist das Dengue-Fieber allerdings mittlerweile auch nach Europa gewandert. Tropenmediziner warnen, dass inzwischen immer mehr Reiserückkehrer mit Dengue-Fieber als mit Malaria diagnostiziert und behandelt werden. Wahrscheinlich von Urlaubern im Gepäck transportiert, gibt es neben den eingeschleppten Erkrankungen auch Direkt-Infektionen in Europa.  Im Jahr 2010 wurden erste Fälle einer direkten Dengue-Übertragung  aus Südfrankreich und Kroatien gemeldet. Im Herbst 2012 gab es einen Dengue-Ausbruch auf der Ferieninsel Madeira, Portugal. Bis Ende 2012 waren 2100 Infektionen registriert, der heftigste Krankheitsausbruch seit 1927.

Die Stechmücken finden inzwischen auch in Deutschland ein Klima vor, das ihnen das Überleben ermöglicht. Tropenmediziner berichten, dass die Infektionsüberträger in Baden-Württemberg und Bayern nachgewiesen wurden. Sie vermuten aber, dass sich Exemplare auch in anderen Gegenden finden lassen.

Berliner Ärzteblatt 11.04.2013/ Quelle: Nature 2013
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