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Die Angst geht um: das neuartige Coronavirus

Das Robert Koch-Institut (RKI) nennt es Infektionsgeschehen mit besonderer Bedeutung. Der Tagesspiegel (21.11.2012) spricht von dem rätselhaften neuen Coronavirus. Das spezielle Virus scheint gefährlich, weil es schwere Atemnot und gleichzeitig Nierenversagen auslöst. Außerdem scheint es mit dem SARS-Erreger verwandt, der 2003 wütete und an dem weltweit 8000 Menschen erkrankten und 800 starben.

Zum ersten Mal in Europa aufgetreten ist das neue Coronavirus (hCoV-EMC) Anfang September dieses Jahres. Ein 49-jähriger Patient erkrankte in Doha, Katar, an einer akuten, schweren Atemwegserkrankung, musste intensivmedizinisch behandelt werden und bekam dann zusätzlich Nierenversagen. Er wurde in ein Krankenhaus in London verlegt und dort wiesen die Ärzte ein neues Coronavirus nach. Dieses glich dem bei einem 60-jährigen Patienten gefunden Virus, der in Saudi Arabien behandelt wurde und starb.

Ein weiterer Patient aus Katar wurde aufgrund seiner schweren Atemwegssymptomatik in eine Speziallungenklinik  in Nordrhein-Westfalen verlegt. Nach der dort erfolgten vierwöchigen Behandlung hat sich sein Zustand deutlich gebessert, so dass er diese Woche aus der Klinik entlassen werden konnte.  Der Fall ist laut RKI der fünfte bekannt gewordene Erkrankungsfall mit dem neuartigen Coronavirus; zwei Fälle aus Katar und drei Fälle aus Saudi-Arabien bestätigt.

Was dieses spezielle Virus so gefährlich macht, ist das gleichzeitige Auftreten eines schweren Atemnotsyndroms und eines akuten Nierenversagens. Grundsätzlich können Coronaviren je nach Ausprägung verschiedene Erkrankungen - von einer leichten Erkältung und leichtem Durchfall bis hin zu Lungen- oder Nierenversagen - auslösen. Das Virus tritt bei verschiedenen Tieren auf und wird als Tröpfchen übertragen. Experten gehen davon aus, dass es nur sechs Coronaviren gibt, die Menschen infizieren können. Bisher gibt es keinen Hinweis auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

Gerade in diesem Punkt liegt das unbekannte Risiko. Bisher schätzt das RKI das Erkrankungsrisiko in Deutschland als sehr gering ein und geht von sporadischen Infektionen aus. Doch ganz sicher kann man sich da nicht sein. Denn Virologen haben erkannt, dass das Virus in kurzer Zeit 99 Mutationen durchlebt hat. Das sei recht viel, urteilen sie. Es könne darauf hindeuten, dass das Virus dabei ist, sich an den Menschen "anzupassen". Derartige Vorgänge kenne man aus den Sars-Infektionen.

Berliner Ärzteblatt 23.11.2012/ Quelle: Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin Nr. 39
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