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Ebola-Virus: Grippeähnliche Symptome, später im ganze Körper Blutungen (Foto: pte)
Hoffnung im Kampf gegen Ebola

Im Kampf gegen die gefährliche Ebola-Erkrankung gibt es Hoffnung. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Ebola-Viren zwei bestimmte Proteine ihres Wirtes nutzen, um in dessen Zellen eindringen zu können. Das eröffnet die Möglichkeit einer Behandlung.

Das hoch gefährliche und ansteckende Ebola-Virus ist in den vergangenen Jahren in Afrika immer wieder ausgebrochen. Jedesmal tötete es zahlreiche Menschen. Es ruft zuerst hohes Fieber mit grippeähnlichen Symptomen hervor, später löst es im ganzen Körper Blutungen aus. Das auch als "hämorrhagisches Fieber" bezeichnete Krankheitsbild endet in über 80 Prozent der Fälle tödlich. Wirksame Medikamente oder Impfstoffe gegen das Virus gibt es bisher nicht.

An der Harvard Medical School in Boston hat die Arbeitsgruppe von Jim Cunningham nun entdeckt, dass Ebola die proteinabbauenden Enzyme Kathepsin B und Kathepsin L benötigt, um in eine Zelle eindringen zu können. Wurden in Versuchen die beiden Enzyme mit chemischen Hemmstoffen blockert, so fand keine Infektion statt.

Die beiden Kathepsine spalten in einer genau festgelegten Reihenfolge ein Oberflächenprotein des Ebola-Virus und ermöglichen dem Erreger so den Eintritt in die Zelle. Zellen, denen die Kathepsine B und L fehlen, können nicht infiziert werden. Damit ergibt sich erstmals die Hoffnung, die tödliche Krankheit mit Hemmstoffen gegen die Kathepsine B und L bekämpfen zu können.

Die zwei Enzyme befinden sich in der Zelle in so genannten Lysosomen. Das sind kleine Bläschen, umschlossen von einer Membran. "Früher ging man davon aus, dass die Kathepsine unspezifisch sind und alle möglichen Proteine abbauen", erklärt Ute Felbor vom Biozentrum der Uni Würzburg, die bei der Erforschung mitwirkte.

Doch dann wurden spezielle Funktionen entdeckt. Eine solche hat auch die Würzburger Medizinerin gefunden: Wenn Kathepsin L aus der Zelle abgegeben wird, vermittelt es in der Umgebung von Tumoren die Freisetzung eines Moleküls (Endostatin), das die Neubildung von Blutgefäßen hemmt. Das ist von Bedeutung, weil Tumoren auf die Versorgung mit Blut angewiesen sind.

Außerdem fand Felbor heraus, dass sich die Gehirne stark verändern, denen die zwei Kathepsin-Gene fehlen: Es kommt zu einem rapiden und frühzeitigen Absterben von Nervenzellen - ähnlich wie bei Menschen, die sich im Endstadium von neurodegenerativen Erkrankungen befinden. Die Kathepsine sind also sowohl für die Viren- und Krebsforschung interessant als auch für den Kampf gegen degenerative Nervenleiden.


WANC 27.04.05
WHO: Verdacht auf neuen Ebola-Stamm

Infektionen: Neue Erreger und alte Gefahren

Robert Koch Institut

 
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