Fitness
Reisemedizin
Sportmedizin
 
 


Die gefährlichen Verwandten unserer heimische Stechmücke übertragen das West Nil Virus (Foto: Bayer)
West Nil Virus: Bleibende Gesundheitsschäden

Der West Nil Virus verursacht anscheinend bleibende Gesundheitsschäden wie Muskelschwäche, häufige Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten aber auch Depressionen und Verwirrtheit. Schwer erkrankte ältere Menschen sind davon am stärksten betroffen und leiden auch nach 18 Monaten noch an schwerwiegenden Symptomen.

Eine Infektion mit dem West Nil Virus kann langfristige Gesundheitsschäden verursachen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der New York Academy of Medicine gekommen. Die Wissenschaftler beobachteten 42 Erwachsene, die nach dem Ausbruch im Jahr 1999 ins Krankenhaus eingewiesen worden waren. Es zeigte sich, dass zwei Drittel der Betroffenen nach einem Jahr noch immer unter mentalen oder körperlichen Problemen litten. Ältere Menschen waren davon am stärksten betroffen.

Für die aktuelle Studie wurden erstmals Patienten, die mit dem West Nil Virus infiziert worden waren, über einen derart langen Zeitraum begleitet. Sie wurden sechs, zwölf und 18 Monate nach der Erkrankung telefonisch befragt. Nach zwölf Monaten klagten 63 Prozent der Teilnehmer über Muskelschwäche, häufige Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und andere anhaltende Probleme.

Der Großteil jener Personen, die sich wieder erholten, war unter 65 Jahre alt. Nach 18 Monaten berichteten mehr als 40 Prozent der schwer erkrankten Patienten weiterhin über Schwierigkeiten beim Gehen, Muskelschwäche, Müdigkeit und Schlaflosigkeit. 30 Prozent litten weiterhin unter Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, Depressionen und Reizbarkeit. Sie benötigten weiterhin Unterstützung bei der Bewältigung des Alltages.

Die Wissenschaftler betonten, dass diese Ergebnisse gemeinsam mit jenen anderer Studien nachwiesen, dass ältere Menschen für die schwere Form der Erkrankung am meisten anfällig sind. Sie betonten die Notwendigkeit von entsprechenden Präventionsmaßnahmen für diese Gruppe. Der leitende Wissenschaftler Denis Nash erklärte, dass eine Infektion mit dem West Nil Virus zu langfristigeren Gesundheitsproblemen zu führen scheint als bisher angenommen. Normalerweise verursacht das Virus leichte Symptome wie Fieber oder Hautauschläge. Die schwere Form der Erkrankung kann eine Enzephalitis oder eine Meningitis verursachen und sogar zum Tod führen.

Über das West-Nil-Fieber:
Das West-Nil-Virus gehört wie auch das Gelbfiebervirus oder das japanische Enzephalitis-Virus zur Gruppe der Flavi-Viren. Überträger beim West-Nil-Fieber sind Culex-Mücken. Das Virus vermehrt sich in Vögeln. In Afrika, Indonesien, Israel und Indien ist das West-Nil-Fieber weit verbreitet. In der westlichen Welt wurde es erstmals 1937 in Ungarn diagnostiziert. Im Sommer 1999 wurden erste Erkrankungen in New York bekannt, auch Kanada ist mittlerweile davon betroffen. Schwere Verläufe sind beim West-Nil-Fieber allerdings selten.

Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg verläuft die Infektion bei etwa 80 Prozent der Patienten ohne Krankheitszeichen und nur bei weniger als einem Prozent der Kranken kompliziert mit Meningitis oder Enzephalitis. Etwa ein bis sechs Tage nach dem Mückenstich kann es zu Fieber mit Myalgien oder Kopfschmerzen kommen. Zur gleichen Zeit bekommt etwa ein Drittel der Betroffenen ein roseolenförmiges, makulopapulöses Exanthem auf Brust, Rücken oder Armen. Charakteristisch ist eine systemische Lymphadenopathie.

Gefährdet sind vor allem Kinder, alte und geschwächte Menschen. Einen Impfstoff gibt es nicht. Mückenschutz ist die einzige Prophylaxe. (Quelle: Ärztewoche)

WANC 24.08.04/pte

ZDF Ratgeber

Teledoktor

Deutsches Grünes Kreuz

Bernhard-Nocht- Institut

 
Seite versenden  
Seite drucken