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Reise mit dem Auto: Bewegungsmangel, einseitige Belastung und psychischer Druck (Foto: project photos)
Wie Sie entspannt reisen

Etwa vier von zehn Urlaubern steuern ihr Ziel mit dem Auto an. Doch die Anreise bedeutet Stress - für den Körper und dabei vor allem für den Rücken, aber auch für das Nervenkostüm der Reisenden. Tipps, wie Sie wohlbehalten, entspannt und schmerzlos am Ferienort ankommen.

Urlaub, Strand, Sonne! Wenn nur nicht die lange Fahrt dorthin wäre. Doch meist muss man zum Ferienziel eine weite Strecke zurücklegen. Und die bewältigen rund 36 Prozent der deutschen Urlauber im Auto – unabhängig von Abflugterminen, Gepäckbeschränkung oder verspäteten Zügen.

Allerdings bedeutet diese Reisevariante auch: sitzen, sitzen, sitzen. Und das bekommt vor allem der Rücken zu spüren, der schon im Alltag gewaltig leidet. 80 Prozent aller Deutschen haben gelegentlich Schmerzen im Kreuz, bei mehr als einem Drittel von ihnen sind sie bereits chronisch.

Hauptursachen für das Volksleiden: Bewegungsmangel, einseitige Belastung und psychischer Druck. Genau diesen drei Faktoren ist auch jeder Fahrer auf langen Strecken ausgesetzt. Im Autositz kann man sich nicht frei bewegen, der Fahrer muss sich konzentrieren, die Muskeln sind also angespannter. Dadurch verkrampfen die Beine, der Nacken-Schulter-Gürtel und die Stützmuskeln der Lendenwirbelsäule, die die gesamte Last des Oberkörpers trägt.

Die dauerhaften Vibrationen beim Autofahren führen zu Stauchungen der Wirbelsäule. Bis zu drei Zentimeter Körpergröße können nach stundenlanger Fahrt verloren gehen. Auch für Beifahrer gelten diese Belastungen, allerdings in abgeschwächter Form.


Besonders anstrengend sind Fahrten auf der Autobahn. Denn die Geschwindigkeit erfordert hohe Konzentration, und die Haltung wird auf der monotonen Strecke wenig variiert. Abwechslungsreicher sind Landstraßen, da beim Kurvenfahren die Körpermuskulatur aktiver eingesetzt wird.

Die optimale Sitzhaltung

Lässt sich der Autositz so einstellen, dass eine optimale und rückenschonende Haltung möglich ist? Wenn nicht, empfiehlt sich ein neuer Sitz – dem Rücken zuliebe.

Die Sitzlehne sollte den Rücken von den Schultern bis zum Gesäß abstützen, die Nackenstütze darf die aufrechte Kopfhaltung nicht behindern.
Die Rückenlehne bildet einen Winkel von etwa 110 Grad zum Sitz, ist also rund 20 Grad aus der Senkrechten nach hinten geneigt. Mit dem Gesäß ganz nach hinten an die Lehne rutschen.
Die Sitzneigung so einstellen, dass die Oberschenkel locker aufliegen. Die Sitzfläche sollte zwei bis drei fingerbreit vor der Kniekehle enden, damit die Blutzirkulation in den Beinen nicht behindert wird.
Bei angelehnter Sitzhaltung sollten die Handgelenke oben auf dem Lenkrad liegen können. Dann ist der Abstand optimal.
Das Kupplungspedal sollte sich voll durchtreten lassen, ohne dabei nach vorne zu rutschen. Das linke Bein sollte jetzt immer noch leicht angewinkelt sein.
Die Mitte der Kopfstütze sollte etwa auf Augenhöhe sein.

Tipps für unterwegs
  • Machen Sie alle zwei Stunden eine Viertelstunde Pause. Leichte Gymnastik bringt den Kreislauf wieder in Schwung und fördert die Durchblutung der Beine.
  • Gegen einen steifen Nacken hilft: Während der Fahrt kurz die Schultern zu den Ohren hochziehen oder den Rücken in den Sitz pressen. Muskeln zehn Sekunden anspannen und anschließend locker lassen, so werden sie reflektorisch längere Zeit besser durchblutet. Strecken und recken Sie sich. Doch Achtung: Verkehrssicherheit geht immer vor. Stretching und Bewegung im Auto tragen zu Ihrer Fitness und damit auch zur Verkehrssicherheit bei, sind aber immer auch ein Aufmerksamkeitsrisiko. Also Vorsicht!
  • Zwischendurch die Fenster öffnen und Sauerstoff tanken. Verzichten Sie während der Fahrt aufs Rauchen – Nikotin schränkt die Konzentration während des Fahrens ein.
  • Halten Sie im Auto immer etwas zu Trinken bereit. Ein frischer Schluck zwischendurch ist bei Hitze beson-ders wichtig, weckt aber auch bei normalen Temperaturen die Lebensgeister.

WANC 24.06.05

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