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Rasches Gehen kann helfen, gesünder zu bleiben und länger zu leben (Foto: TK)
Rasches Gehen kann helfen, gesünder zu bleiben und länger zu leben (Foto: TK)
Bewegung kann das Risiko für Krebs vermindern

Sport ist gesund. Inzwischen ist das so oft gesagt worden, dass es fast jeder glaubt. Sport beugt Krebs vor. Diese Behauptung würde zwar auch gerne geglaubt, doch der Nachweis für die Richtigkeit fehlte in vielen Fällen. Allein für Dickdarmkrebs gibt anscheinend genügend wissenschaftliche Studien, die einen Zusammenhang zwischen Bewegung und Krebsrisiko belegen. Nun legt eine Gemeinschaft verschiedener Krebsforschungsorganisationen, -gemeinschaften und -gesellschaften sowie Universtiäten aus den USA, Schweden, Norwegen, Finnland, Mexiko, Frankreich, und England die Auswertung der Daten von 1,44 Mio. Menschen vor. Und bestimmt für 26 Krebsarten, inwieweit Bewegung das Erkrankungsrisiko senkt.

"Sport und Bewegung spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Krebs. Studien zeigen: Menschen, die sich viel bewegen, senken ihr Risiko, zumindest an einigen der häufigsten Krebsarten zu erkranken. Ob man körperlich arbeitet oder Ausdauer- oder Kraftsport betreibt, scheint dabei weniger wichtig zu sein." So postuliert es das Deutsche Krebsforschungszentrum. Und die Deutsche Krebsgesellschaft pflichtet bei: "Wer regelmäßig Sport treibt, beugt einer Krebserkrankung vor. Man geht heute davon aus, dass sportlich aktive Menschen ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent reduzieren können. Wenn dennoch Krebs auftritt, haben Patienten, die vor ihrer Erkrankung regelmäßig Sport getrieben haben, nachweislich ein geringeres Rückfallrisiko."

Bisher galt als ziemlich sicher, dass körperlich aktive Menschen statistisch gesehen seltener an Dickdarmkrebs erkranken. Zumindest einen deutlichen Zusammenhang zwischen Sport und Krebserkrankung ließ sich bei Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs erkennen. Und Vermutugungen über die positiven Auswirkungen der Bewegung gab es bei Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs und Eierstockkrebs. Doch grundsätzlich mussten die Mediziner einräumen, dass die Belege für die Verringerung des Krebsrisiko durch körperliche Aktivität meist nicht ausreichten oder Daten sogar fehlten. 

Diese Daten wurden nun präsentiert. Eine multinationale Krebsforschungsinitiative hat Gesundheitsdaten von 1,44 Mio. Frauen (57%) und Männern im Alter von 19 bis 98 Jahren ausgewertet. Insgesamt wurden 186.932 Krebserkrankungen erfasst. Bei 13 Krebsarten sorgte sportliche Aktion für eine Verminderung der Gefahr eines Krebserkrankung: Speiseröhrenkrebs -42%, Leberkrebs -27%, Lungenkrebs -26%, Nierenkrebs -23%, Magenkrebs -22%, Gebärmuttehalskrebs -21%, myeloische Leukämie -20%, multiples Myelom -17%, Dickdarmkrebs -16%, Kehlkopfkrebs -15%, Mastdarmkrebs -13%, Blasenkrebs -13%, Brustkrebs -10%.

Körperliche Bewegung sorgte bei zwei Krebsarten für ein gesteigertes Erkrankungsrisiko: bei einem malignem Melanom (Hautkrebs) um +27% und bei Prostatakrebs +5%. Das Körpergewicht hatte keinen Einfluß auf das Risiko einer Krebserkrankung und Rauchen erhöhte die Erkrankungsgefahr nur bei Lungenkrebs.

Wichtig noch zu wissen, welches Ausmaß eigentlich notwendig ist, um derartige Ergebnisse zu erreichen. Zugrunde wurde bei der Untersuchung eine "moderate" Bewegung gelegt. Das bedeutet langsames Laufen oder zügiges Gehen oder Nordic Walking über einen Zeitraum von 150 Minuten pro Woche.

19.05.2016/ Quelle: JAMA

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