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Raus aus der Hütte: An der frischen Luft bewegen, vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit (Foto: Stock photo)
Bewegen gegen die Frühjahrsmüdigkeit

Besonders Witzige glauben manchmal mit diesem Spruch punkten zu können: Vom Winterschlaf in die Frühjahrsmüdigkeit über die Sommerträgheit in die Herbstlethargie. Wenn es danach ginge, würde man nie richtig wach werden. Doch gerade nach dem Winter machen einen die ersten Sonnentage oft antriebslos. Eigentlich überraschend. Dagegen hilft nur eines: Bewegung.

Die Frühjahrsmüdigkeit lässt sich bekämpfen, sagt Jürgen Steinacker, Professor für Sport- und Rehabilitationsmedizin am Uniklinikum Ulm: “Im Laufe des Winters sind viele Menschen inaktiv geworden. Wegen des schlechten Wetters konnten sie weniger trainieren und haben weniger Sonnenlicht abbekommen.” Das führe dazu, dass sie sich am Ende des Winters nicht nur weniger leistungsfähig fühlen, sondern es tatsächlich sind. “Etwa zehn Prozent der Leistungsfähigkeit hat man über den Winter eingebüßt”, schätzt Steinacker.
  
Da hilft nur eines, sagt der Mediziner: “Raus aus der Hütte!” Auf Spaziergängen können Sonne und frische Luft die Stimmung positiv beeinflussen. Wer sonnenempfindlich ist, sollte es während der ersten Frühlingstage aber nicht übertreiben. Sonst kann das helle Licht eine leichte Migräne auslösen. Lieber auf Mütze und Sonnenbrille zurückgreifen, rät Steinacker.
  
Für Berufstätige sei es oft schwierig, den Arbeitsplatz zu verlassen, um an die frische Luft zu kommen. Sie könnten aber die Mittagspause für einen kleinen Spaziergang nutzen. Außerdem dürften sie nicht von der Arbeit direkt aufs Sofa, ermahnt der Mediziner alle, die zum Couchpotato-Dasein neigen.
  
Ältere Menschen waren im Winter besonders eingeschränkt. Deshalb ist die Frühjahrsmüdigkeit bei ihnen stark ausgeprägt. “Wir raten Senioren, trotzdem an die frische Luft zu gehen - aber in sicheren Gebieten.” Das könne der Einkaufsweg sein oder ein Park, wo keine Hindernisse zu erwarten sind.
  
Neben viel Bewegung sei es wichtig, sich richtig zu ernähren. “Bei der Ernährung gelten die alten Regeln: Vitaminreich sollte sie sein.
Viel Obst und Gemüse essen - eben alles, was momentan Saison hat”, empfiehlt Steinacker. “Auf schwere Kost sollte möglichst verzichtet werden.”

Wer glaubt, mehr Schlaf könne die Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen, irre: “Sich der Müdigkeit hingeben, davon wird es nicht besser.” Stattdessen helfe nur, den Kreislauf in Schwung zu bringen.

WANC 26.03.10, Quelle: BDI

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