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Beim Nordic Walking spielt die richtige Technik eine große Rolle (Foto: Nike)
Nordic Walking: 90% der Körpermuskulatur beansprucht

Die Sportart aus dem hohen Norden trainiert nicht nur Herz und Kreislauf – sie schont auch Gelenke, Bänder und Sehnen und ist gut für die Figur. Allerdings ist die richtige Technik wichtig,

Anders als beim normalen Walken oder Joggen aktiviert Nordic-Walking nicht nur Beinmuskeln und Gesäß, sondern auch fast alle Muskeln am Oberkörper – insbesondere an Armen, Schultern, Brust und Rücken. „Beim Nordic Walking werden etwa 90 Prozent unserer Körpermuskulatur beansprucht“, so der Nordic Walking-Experte Stéphane Franke. Dadurch werden ein gutes Drittel mehr Kalorien als bei zügigem Gehen ohne Stöcke verbraucht: Verbrennung von mehr als 400 Kilokalorien pro Stunde (kcal/h) statt von nur 280 kcal/h bei normalem Walking.

Nordic-Walking kräftigt die Muskulatur des gesamten Körpers und löst Muskelverspannungen im Schulter- und Nackenbereich. Gerade wegen dieser Eigenschaften empfiehlt die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (Gots) die Sportart Angestellten im Büro.

Nordic-Walking soll zudem die Venen stärken und Krampfadern und Besenreisern vorbeugen, das Immunsystem stärken, belastbarer, gelassener und ausdauernder im Alltagm machen, dabei helfen, Stress und Aggressionen abzubauen und darüber hinaus auch noch den natürlichen Alterungsprozess aufhalten.


„Außerdem ist Nordic Walking eine sehr kommunikative Sportart. Sie können mit Freunden und Kollegen walken und sich dabei unterhalten“, so Franke. Das Unterhalten sei zudem aus gesundheitlichen und präventiven Aspekten nur zu begrüßen, denn viele walken zum Teil zu verbissen.

Die Lauftechnik des Nordic-Walking gleicht der Bewegungsausführung des Skilanglaufes und ist sehr einfach und in jedem Alter zu erlernen. Es nutzt den physiologischen, diagonalen Bewegungsablauf beim Walken durch den bewussten Stockeinsatz. Der rechte Stock hat dann Bodenberührung, wenn die linke Ferse aufsetzt und umgekehrt. Durch einen kräftigeren Einsatz der Arm- und Oberkörpermuskulatur kann das Walkingtempo erhöht und die Effektivität der Trainingseinheit gesteigert werden. 

Doch gerade bei Technik setzen die Probleme ein. Denn Nordic Walking schont entgegen der allgemeinen Meinung nicht in allen Fällen die Gelenke, monierten die Experten der Gots. Ob das Gehen mit Stöcken wirklich gelenkschonend sei, hänge eben stark von der Technik ab.

Die langgegezogenen Schritte, bei denen das Bein mit fast gestrecktem Kniegelenk aufgesetzt werde, führten nach biomechanischen Untersuchungen zu einer hohen Impulsbelastung in Sprunggelenk, Knie und Hüfte, die selbst die Kräfte beim Joggen überschreiten könne, erklärte die Gots. Die Stöcke wirkten hier allerdings entlastend.

Der Trendsport ist ganzjährig, überall und bei jeder Witterung durchführbar. Untrainierte über 35 Jahre sollten sich allerdings vor Trainingsbeginn von einem Arzt untersuchen lassen. Beim „Sportcheck“ prüft dieser zum Beispiel, ob Herz und Gelenke gesund sind. Bestehen Atemwegsbeschwerden, muskuläre Probleme oder andere Gesundheitsschäden, kann ein ärztlicher Befund zum Beispiel auch einem Nordic-Walking-Kursleiter helfen, die Stunden besser an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Nordic-Walking eignet sich nach Ansicht der Deutschen Grünen Kreuzes auch für Menschen, die bereits medizinische Vorerkrankungen haben. Egal, ob zu hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, Herz-Kreislaufprobleme oder Diabetes: Nordic-Walking ist der ideale Einstieg in neue sportliche Betätigung, fördert die Durchblutung und verbessert die Sauerstoffversorgung im ganzen Körper.

WANC 19.07.05/dgk
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