Das Wetter hat einen weit wichtigeren Einfluss auf die Herzgesundheit als bisher vermutet: Bei niedrigen Temperaturen, stärkeren Temperatur-Schwankungen und deutlichen Luftdruck-Veränderungen gibt es mehr Herzinfarkte. Besonders gefährdet sind Bluthochdruck-Patienten.
Die Einflüsse des Wetters auf die Herzgesundheit ist bisher offenbar unterschätzt worden, sagen Experten. Ein Forscherteam von der Universitätsklinik Dijon (Frankreich) hat rund 750 Fälle von Herzinfarkt untersucht und erstmals klare Zusammenhänge zwischen Temperatur, Luftdruckveränderung und der Herzinfarkt-Häufigkeit nachgewiesen. Wichtig für Betroffene: Hochdruckpatienten sind weitaus empfindlicher gegenüber Wettereinflüssen und damit stärker Infarkt-gefährdet als die Durchschnittsbevölkerung.
Sinken die Temperaturen unter minus vier Grad Celsius, steigt die Häufigkeit akuter Herzinfarkten deutlich an. Am meisten betroffen sind Menschen, die unter Bluthochdruck ("Hypertoniker") leiden: Bei ihnen verdoppelt sich das Infarkt-Risiko bei solchen Kälte-Einbrüchen. Um gleich 62 Prozent steigt die Herzinfarkt-Gefahr bei Personen mit Bluthochdruck, wenn die Temperaturen sich von einem Tag auf den nächsten um mehr als fünf Grad auf oder ab verändern.
Und stieg oder sank das Barometer um mehr als acht Druck-Messeinheiten, beobachteten die französischen Wissenschafter Spitzen in der Infarkt-Häufigkeit - und zwar bei Hypertonikern und Nicht-Hypertonikern in gleicher Weise.