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Arbeiten, wenn andere Schlafen: Besonders der Wechsel der Arbeitszeiten belastet den Körper (Foto: NASA)
Schicht- und Nachtarbeit strapazieren die Gesundheit

Wechselnde Arbeitszeiten und besonders Nachtarbeit belasten die Gesundheit. Betroffen ist vor allem der Magen.

Ob Gütertransport, Krankenhaus oder Sicherheitsdienst. In vielen Berufen sind Nachtschichten unvermeidbar, für den menschlichen Organismus stellen sie aber immer eine besondere Belastung dar. Besonders empfindlich reagieren Magen und Darm auf die Veränderungen im Tag-Nacht-Rhythmus, die mit Wechsel- und Nachtschichten verbunden sind, schreibt Prof. Hugo. W. Rüdiger, Leiter der Abteilung Arbeitsmedizin an der Universität Wien, in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift": "Schichtarbeiter leiden häufiger unter Magenschleimhautentzündung und Magendarmgeschwüren. Sie sind häufig übergewichtig und sie rauchen häufiger".

Dass die Krankenstände bei Schichtarbeitern nicht höher seien als bei anderen Angestellten, dürfe nicht täuschen. Anfällige Menschen, welche den Wechsel zwischen Tag- und Nachtschicht nicht vertragen, würden sich rasch andere Tätigkeiten suchen. "Healthy worker effect" nennen die Arbeitsmediziner diesen Ausleseeffekt.

Menschen gewöhnen sich mit der Zeit, ähnlich wie beim Jet Lag an die Schichtarbeit, meint Rüdiger. Anders als bei Reisen über Zeitzonen hinweg, bleibe der äußere Zeitgeber intakt: "Jeder Schichtarbeiter weiß sehr genau, wie viel Uhr es ist, und was normale Menschen jetzt tun." Wie gut sich eine Person an die veränderten Wachzeiten gewöhnt habe, lasse sich einfach messen. Normalerweise sei die Körpertemperatur während des Schlafens um 0,5 Grad niedriger als während der Wachperiode. Auch die Bestimmung des Stresshormons liefert Hinweise.

Damit sich die Menschen nach der Nachtschicht wieder an den normalen Rhythmus gewöhnen, fordert der Arbeitsmediziner mindestens zwei freie Tage nach einem Nachtschichtblock. Ebenso wichtig seien regelmäßige freie Wochenenden. Denn Schichtarbeiter hätten durch die Nachtschichten neben gesundheitlichen Risiken häufig auch soziale Nachteile zu tragen.

WANC 09.01.07
Quelle: H. W. Rüdiger: Schicht- und Nachtarbeit, DMW 2006; 131 (44): S. 2451-2452

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