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Inhaltsstoffe in Kosmetika können Allergien auslösen oder die Hormone beeinflussen (Foto: PhotoAlto)
Parabene in Kosmetika: Ungefährlich?

Warum gibt es Chemikalien in Kosmetika? Unter anderem auch, um zu verhindern, dass sie schlecht werden, sich in ihnen Keime bilden. Na schön. Doch Parabene haben nicht nur allergene Wirkungen, sondern können auch das Hormonsystem beeinflussen. Eine Risikobewertung kommt nun zu dem Schluß, dass Parabene entweder sicher sind oder man wegen mangelnder Datenlage nichts Genaues sagen kann. Eine für den Verbraucher eher unbebfriedigende Situation. Denn ob ihm nun wirklich Gefahr droht, kann er immer noch nur unzuverlässig abschätzen.

Bestimmte Parabene werden als Konservierungsmittel in kosmetischen Mitteln wie Cremes und Lotionen, aber auch in Sonnenschutzmitteln eingesetzt. Es handelt sich bei den Parabe-nen um eine Gruppe von Stoffen, zu denen Methyl- und Ethylparaben, Butyl- und Propylpa-raben sowie Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl-, Benzyl- und Phenylparaben gehören.

Von einigen Parabenen ist aus Tierversuchen bekannt, dass sie das Hormonsystem beeinflussen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat das gesundheitliche Risiko von Parabenen bei der Verwendung in kosmetischen Mitteln bewertet. Das Institut kommt zu dem Schluss, dass Methyl- und Ethylparaben aufgrund der vorliegenden toxikologischen Daten in einer Konzentration von bis zu 0,4 % als sicher für alle Bevölkerungsgruppen anzusehen sind.

Die Verwendung von Butyl- und Propylparaben sollte wegen unzureichender Daten zur Auf-nahme über die Haut und zur Exposition insgesamt auf 0,19 % beschränkt werden. Diese Konzentration ist wegen des konservativen Ansatzes der Risikobewertung nach heutigem Kenntnisstand auch für Kinder als sicher anzusehen.

Für die Parabene Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl-, Benzyl- und Phenylparaben ist nach Auffassung des BfR die Datenlage für eine Bewertung des gesundheitlichen Risikos derzeit nicht ausreichend. Benzylparaben ist als Konservierungsmittel in kosmetischen Mitteln nicht zuge-lassen. Einen generellen Ersatz von Parabenen in kosmetischen Mitteln hält das Institut jedoch nicht für sinnvoll. Viele der gegenwärtig verwendeten anderen Konservierungsstoffe haben ein deutlich höheres allergenes Potenzial als Parabene.

Das BfR stellt auch noch fest, warum Parabene überhaupt eingesetzt werden: Die Verkeimung kosmetischer Mittel, insbesondere durch Pathogene, ist aus gesundheitlicher Sicht unerwünscht. Daher werden Konservierungsstoffe kosmetischen Mitteln überwiegend zu dem Zweck hinzugefügt, die Entwicklung von Mikroorganismen in diesen Erzeugnissen zu hemmen. Konservierungsstoffe für kosmetische Mittel unterliegen einem Zulassungsverfahren. Das bedeutet, dass nur solche Konservierungsstoffe, die in Anhang VI, Richtlinie 76/768 EWG bzw. Anlage 6 der Kosmetik-Verordnung gelistet sind, in kosmetischen Mitteln eingesetzt werden dürfen. Dabei sind die in den Listen genannten Konzentrationsbeschränkungen, Einschränkungen und Anforderungen einzuhalten. Die Aufnahme in die Positivliste setzt eine Bewertung durch das Wissenschaftliche Gremium der Europäischen Kommission voraus.

Verschiedene Konservierungsstoffe sind seit langem für ihre sensibilisierenden Eigenschaften bekannt und werden zum Teil häufig in kosmetischen Mitteln eingesetzt. Hierzu zählen neben den Parabenen hauptsächlich Formaldehyd (FA) bzw. Formaldehydabspalter, Methylchlorisothiazolinon/Methylisothiazolinon (MCI/MI), Iodpropinylbutylcarbamat (IPBC) und Methyldibromglutarnitril (MDGBN), das inzwischen als Konservierungsstoff für kosmetische Mittel verboten wurde.

Die Gefahren der Parabene sind aber nicht von der Hand zu weisen: Denn Parabene haben einen deutlichen Nachteil: die Konservierungseigenschaft wird auch noch dann fortgesetzt, wenn das Produkt auf die Haut aufgetragen, von dieser aufgenommen, mit dem Blut im Körper verteilt und in den Hauptorganen gelagert worden ist. Möglichkeiten, wie diese Stoffe in den Körper gelangen können, sind z. B. das äußerliche Auftragen von Pflegeprodukten und Kosmetika, aber auch Medikamente, die ebenfalls Parabene enthalten können. Auch für Nahrungsmittel sind Parabene zugelassen.

An Krebstumoren durchgeführte Obduktionen haben Rückstände von Methyl-, Ethyl- und Propylparabenen ergeben; unklar bleibt, ob solche Rückstände auch in sonstigem gesunden Gewebe bestehen. Parabenehaltige Deodorants stehen insofern im Verdacht, Brustkrebs auszulösen. Eine Studie ergab jedoch keine Assoziation zwischen dem Gebrauch von Antitranspiranten oder Deodoranten und einer Brustkrebserkrankung.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit stellt zur Gefährdung durch Parabene folgendes fest: „Die geschätzte tägliche Aufnahme im Rahmen der Kosmetikanwendung liegt im ungünstigsten Fall bei 50 mg pro Person. Über die Nahrung nimmt der Verbraucher täglich geringe Mengen an Parabenen zu sich (schätzungsweise 1,5 mg Methyl- und Propyl-Paraben). Über Pharmazeutika können im ungünstigsten Fall nochmals 25 mg pro Tag aufgenommen werden (insgesamt also ca.77 mg/Tag pro Person bzw. ca. 1 mg/kg KG). Die FAO/WHO setzte 1974 eine duldbare tägliche Aufnahmemenge (ADI, acceptable daily intake) von 0-10 mg/kg KG fest. Neuere Angaben wurden von FAO/WHO nicht publiziert.

11.03.2011/ Quelle: Verwendung von Parabenen in kosmetischen Mitteln, Stellungnahme Nr. 009/2011 des BfR, Wikipedia

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