Klimawandel ist real: Er schädigt bereits die Gesundheit von Millionen von Menschen

Manche Menschen und Regierungen machen es sich einfach und bezeichnen Klimawandel als reinen Unsinn oder Quatsch oder nicht wahr oder als Erfindung. Doch Hitzewellen und  Luftverschmutzung ruinieren schon heute die Gesundheit von Millionen von Menschen weltweit. Ermittelt haben das Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen von 24 akademischen Einrichtungen und internationalen Organisationen.

Der Grad des Klimawandels wurde anhand von 40 Indikatoren bestimmt. Dazu zählen z.B. die Luftverschmutzung, Feinstaub, Ausbreitung von Infektionen und Veränderungen der Temperaturen. Die Auswirkungen auf die Gesundheit beziffert nun der Report „Lancet Countdown on health and climate change“ und macht sich damit meßbar. Hier nur einige:
- 920.000 Menschen sind weltweit wegen extremer Hitze aus dem Arbeitsleben ausgeschieden.
- Die Zahl der Menschen die unter Hitzewellen leiden, beläuft sich derzeit auf etwa 125 Mio.
- Bis 2050 werden knapp 1 Mrd. Menschen Hitzewellen ausgeliefert sein.
- Die gesundheitlichen Auswirkungen sind vor allem Hitzeschlag, Herzschäden oder Schädigungen der Nerven.
- Als einschneidendste Folge des Klimawandels wird die Unterernährung identifiziert.  Jedes zusätzliche Grad globale Erwärmung vermindert den Ernteertrag von Weizen um 6% und von Reis um 10%.
- 803.000 Menschen in 21 Staaten Asiens haben ihr Leben wegen der Luftverschmutzung durch die Nutzung von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen zum Heizen und Kochen verloren.
- Die Verbreitung von Dengue-Fieber hat sich wegen des Klimawandels erhöht, seit 1950 um 9,4%. Seither ist die Zahl der jährlichen Infektionen auf zwischen 50 und 100 Mio. gestiegen.
- Die Zahl der Unwetterkatastrophen ist seit 2000 um 45% gestiegen. Von 2007 bis 2016 wurden 306 Katastrophen durch das sich verändernde Wetter gezählt.
- Der wirtschaftliche Schaden durch den Klimawandel wird auf 129 Mrd. US-Dollar im Jahr 2016 geschätzt, den größten Teil dieser Verluste tragen arme Länder.

Der Report vermeldet aber auch, dass alles nicht nur schlecht ist. So stellt er Verbesserungen - wenn auch nur geringe - beim Rußausstoß in Zusammenhang mit der Elektrizitätsproduktion fest. Die Luftverschmutzung mit Feinstpartikeln hat sich weltweit zwar um 11,2% erhöht.  Die WHO überwacht die Grenzwerte in 2971 Städten weltweit, 71% davon überschreiten die empfohlenen Werte regelmäßig. Dennoch weißt der Report auch Maßnahmen von weltweit 449 Städten hin, um den Klimawandel z.B. durch eine Verminderung von Autoabgasen aufzuhalten.

Insgesamt wird in dem Report das Fazit eines „limitierten Fortschrittes“ bei dem Bemühen gezogen, dem Klimawandel entgegen zu treten. Die meisten Trends und Entwicklung der Indikatoren würden sich „stark“ in die andere - also falsche - Richtung bewegen. In vielen Bereichen offenbarten sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein „beunruhigendes Niveau der Untätigkeit“. Angesichts der Gefahren für die Gesundheit müsse einen dieses inaktive Verhalten in allen Regionen der Welt mit einer „tiefen Sorge“ erfüllen.

2.11.2017 cs/ Quelle: Lancet

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