Nichts mehr hören: Wenn Lärm Körper und Seele schädigt
WHO-Studie: Lärm macht krank

Eine Studienauswertung im Forschungsverbund Lärm & Gesundheit im Auftrag der WHO belegt: Bei Menschen, die unter lärmbedingten Schlafstörungen leiden, steigt das Risiko für Allergien, Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Migräne erheblich.

Nicht nur Straßenverkehrslärm, sondern auch Fluglärm sowie Schienen-, Gewerbe- und Nachbarschaftslärm wirken heute auf den Menschen ein, so dass er nahezu "rund um die Uhr" beschallt wird. Wir haben uns zu einer "lauten Gesellschaft" entwickelt, insbesondere in Ballungsräumen. Lärminduzierte Gesundheitsstörungen sind daher ein viel und vor allem kontrovers diskutiertes Problem, auch weil die pathogene Wirkung von Lärm nicht so einfach zu beurteilen ist wie bei einer Infektionskrankheit, bei der die Ursache-Wirkungs-Beziehungen zeitlich greifbar und durch den Erregerbefund nachweisbar sind.

Die gesundheitsbeeinträchtigende Wirkung von Lärm ist, abgesehen von Hörschäden, gewöhnlich ein langer, schwer überblickbarer Prozess, der von zahlreichen anderen "mitwirkenden Faktoren" beeinflusst werden kann. Das Ausmaß der gesundheitlichen Beeinträchtigung einer über Jahre einwirkenden Lärmbelastung im Wohnumfeld kann nur in epidemiologischen Studien abgeschätzt werden.

Als Hauptquellen für nächtliche Belästigung in der Studie wurde Straßenverkehrslärm und Nachbarschaftslärm genannt. Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Lärm im Wohnumfeld ein Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen ist. Dieses Risiko besteht unabhängig von den einbezogenen Einflussgrößen. In der Gruppe der Erwachsenen (18 - 59 Jahre) war bei lärmbedingten Schlafstörungen das Risiko für Allergien um 46 Prozent, für Herz-Kreislauf-Symptome um 45 Prozent, für Bluthochdruck um 49 Prozent und für Migräne um 56 Prozent signifikant erhöht.

Die Ergebnisse zeigen, dass die nächtliche Lärmbelastung hinsichtlich der Gesundheit einen relevanten Einfluss darstellt. "Insbesondere dem nächtlichen Lärm wird immer noch nicht die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet, um gesundheitliche Gefährdungen zu vermeiden", sagt Dr.-Ing. Christian Maschke, Sprecher des Forschungsverbundes und Privatdozent am Institut für Technische Akustik der TU Berlin.

WANC 18.06.04/idw

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