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Griff in den Geldbeutel der Versicherten: Verwaltungskosten steigen weiter
Verwaltung der Krankenkassen wird immer teurer

Immer mehr Geld der Versicherten fließt in die Verwaltung der Krankenkassen. Nach Meinung der Ärzte haben die Verwaltungskosten längst alle Maße überschritten und sind gesetzeswidrig.

8,2 Milliarden Euro hat die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr ihre eigene Verwaltung gekostet, wie ‚Die Welt‘ berichtet. Das ist ein neuer Rekord. Gegenüber dem Vorjahr (8,02 Milliarden Euro) sind die Verwaltungskosten damit noch einmal um 2,3 Prozent gestiegen. Laut einer Statistik des Bundesgesundheitsministeriums betrug der Anteil der Verwaltungsausgaben an den gesamten Leistungsausgaben im vergangenen Jahr 5,66 Prozent. Seit 1989 sind die Verwaltungsausgaben allein im Westen um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Damit zahlt jeder Versicherte derzeit 200 Euro pro Jahr für die Bürokratie. Allerdings ist das ein Durchschnittswert, manche Krankenkassen genehmigen sich weniger. Von Ineffizienz oder gar Verschwendung will bei den Kassen niemand etwas hören. Man argumentiert, dass zusätzliche Aufgaben zu höheren Kosten führen würden.

Schon im Juni hatte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe gewarnt: "Die Steigerungsraten bei den Verwaltungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind gesetzeswidrig und schon längst ein Fall für die Aufsicht. Bund und Länder müssen jetzt endlich auf die Bremse treten und dafür sorgen, dass nicht noch mehr Geld für Patientenversorgung und Prävention verloren geht".

Hoppe räumt ein, dass das hohe Niveau der Verwaltungskosten nicht zuletzt auch auf politische Entscheidungen zurückzuführen ist. So bestehe nach wie vor die Gefahr, dass die Ausweitung der Behandlungsprogramme für chronisch Kranke zu einem unkontrollierten Bürokratie-Ausbau der Kassen führe. Daran ändere auch die gesetzlich verfügte Budgetierung der Verwaltungsausgaben nichts, fürchtet Hoppe.

Das Ministerium hat den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Gesundheitsreform klare Vorgaben zur Entwicklung der Verwaltungsausgaben gemacht. So sind die Kosten für die Verwaltung der Krankenkassen je Mitglied bis zum Jahr 2007 an die Grundlohnentwicklung gebunden. Sobald sie bei einer Krankenkasse je Mitglied um mehr als zehn Prozent über den durchschnittlichen Verwaltungskosten liegen, können sie sogar eingefroren werden.

Manchem ist das nicht genug. So äußert der Präsident des Deutschen Industrie- und Handeskammertags (DIHT) Ludwig Georg Braun in der 'Welt', dass andere Verwaltungen durchaus erfolgreich vorgemacht hätten, wie man Kosten senke. Derartige Anstrengungen verlangt er auch von den Krankenkassen.

WANC 15.07.04/Die Welt

Gesetz zur Siche- rung der Beiträg in der Gesetzlichen Kranken- versicherung (PDF)

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WDR Gesundheit

 
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