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Extreme Hitzeperioden bedrohen zunehmend die Gesundheit der Weltbevölkerung (Foto: Wolfgang Resmer / pixelio.de)
Extreme Hitzeperioden bedrohen zunehmend die Gesundheit der Weltbevölkerung (Foto: Wolfgang Resmer / pixelio.de )
Countdown Gesundheit und Klimawandel

Im Auftrag der medizinisch-wissenschaftlichen Fachzeitschrift The Lancet wird anhand von 41 Indikatoren die Auswirkungen des Klimawechsels auf unsere Gesundheit ermittelt. Demnach eröffnet der Wandel des Klimas, vor allem die Hitzewellen, „ein unakzeptabel hohes Risiko für die derzeitige und zukünftige Gesundheit der Weltbevölkerung“.

Die Gefahren extremer Hitze haben seit 1990 extrem zugenommen. Im Vergleich zu 2000 ist die Zahl derjenigen, die diese Hitze aushalten müssen um 157 Mio. Menschen weltweit gestiegen. Das bedeutet, dass derzeit jeder Mensch zusätzliche ein bis vier Tage unter extremer Hitze leidet. Die Folge davon sind 153 Mrd. Verlorene Arbeitsstunden (2017), ein Anstieg um 62 Mrd. seit 2000. Extreme Wetterperioden haben für Verluste von weltweit 326 Mrd. US-Dollar gesorgt, das ist das Dreifache von 2016.

2017 ist die durchschnittliche weltweite Temperatur im Vergleich zu dem Zeitraum 1986 bis 2005 um 0,3 Grad Celsius gestiegen. Die Temperatur, der Menschen in stark bewohnten Bereichen ausgesetzt ist, hat sich in diesem Zeitraum aber um 0,8 Grad Celsius erhöht.

Was sich erst einmal undramatisch anhört, kann dramatische Folgen haben. Schon geringe Temperaturveränderungen können z.B. bei der Verbreitung von Infektionskrankheiten erhebliche Auswirkungen bedeuten. So hat sich die Übertragungsfähigkeit des Dengue-Fieber je nach Virus um 9,1% bzw. 11,1% erhöht. In den Baltischen Ländern ist die Übertragungshäufigkeit von Cholera um 24% gestiegen. Auch das Malaria-Erkrankungsrisiko ist zwischen 1950 und 2010 um 20,9% und bis heute um 27,7% gestiegen

Besonders gefährlich für die Gesundheit stellt der Report die Situation in Großstädten dar. 90% der dort eingeatmeten Luft sei gesundheitsschädlich für Herz, Kreislauf und Atemwege. Zwischen 2010 und 2016 habe sich die Luftverschmutzung in fast 70% der Großstädte verschlimmert. Feinstaub sei für 2,9 Mio. vorzeitige Todesfälle verantwortlich.

Der Lancet-Report berichtet aber auch über positive Trends. Z.B. über steigende Investitionen in „saubere Energie-Technologien“, obwohl die CO2- und Feinstaub-Emissionen fast unverändert geblieben ist. Dennoch wird auch festgestellt, dass alle Maßnahmen bisher nicht ausreichen würden, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu halten, zu erreichen.

7.12.2018 cs / Quelle: The Lancet - The 2018 report of the Lancet Countdown on health and climate change

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