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Neues Medikament soll den Sexualtrieb von Frauen anregen
Mehr Lust auf Sex: Viagra für die Frau

Ein neues Medikament soll den weiblichen Sexualtrieb stimulieren. Anders als beim Mann wirkt dieses Viagra für Frauen aber auf das Gehirn und nicht auf die Blutgefäße im Genitialbereich.

Britische Forscher haben ein neues Medikament entwickelt, das den Sexualtrieb von Frauen anregen soll. Dieses Präparat, das ähnlich Hormonen wirkt, zielt nicht auf die Genitalien, sondern auf das Gehirn ab. Seit der Erkenntnis, dass Viagra bei Männern, nicht aber bei Frauen wirkt, war die Wissenschaft auf der Suche nach einem Medikament, das Frauen sexuell stimuliert.

Die Wirkungsweise von Viagra ist relativ simpel: Es erweitert die Blutgefäße und steigert die Blutzirkulation in den Genitalien. Dieser rein physikalische Effekt scheint für die Performance und die Lust am Sex bei Männern auszureichen. Frauen sind jedoch komplizierter: "Der Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Orgasmus ist, dass das Gehirn bei den Frauen eine wichtige Rolle spielt", erklärt John Stevenson, ein Endokrinologe am
Königlichen Brompton und Harefield NHS Trust. In anderen Worten bedeutet das, dass die physikalische Erregung nicht ohne das psychische Verlangen stattfindet. Und dieses auszulösen, ist viel schwieriger.

Laut James Pfaus, einem Verhaltens-Neurobiologen an der Concordia Universität in Montreal, sind fast 30 Prozent der Frauen in Nordamerika und Europa von Funktionsstörungen im sexuellen Verlangen betroffen. Der Sexualtrieb kann in vielen Fällen aufgrund persönlicher Faktoren rückläufig sein, aber Pfaus nimmt an, dass die Ursache oft auch eine physiologische ist. Pfaus glaubt, dass diesen Frauen ein Medikament, nämlich PT-141, helfen könnte, das das Gehirn stimuliert und so die Libido steigert. PT-141 imitiert ein Hormon, das bestimmte Rezeptoren im Gehirn bindet und so die sexuelle Aktivität stimuliert. Das Präparat hat sich bereits bei Männern, die nicht auf Viagra reagieren, als wirkungsvoll erwiesen.

Um herauszufinden, ob auch Frauen darauf ansprechen, haben Pfaus und sein Team das Medikament Gruppen von Ratten verabreicht und sie dann auf verschiedene Zeichen sexuellen Begehrens getestet. Beispielsweise haben sie untersucht, ob die Weibchen Interesse an individuellen Männchen zeigen und ob sie ihre Körperposition verändern, um zum Geschlechtsverkehr anzuregen. In allen Gruppen verhielt es sich so, dass mit steigender Dosis von PT-141 das Sexualverhalten der Weibchen wuchs. Als nächsten Schritt will Pfaus das Medikament an Frauen testen.

Auch Stevenson hält diesen Ansatz für vielversprechend. Aber er zeigt auf, dass Frauen, die ihren Sexualtrieb verlieren, oft in der Menopause sind und auch unter anderen Symptomen leiden wie beispielsweise Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Er hofft, dass das neue Medikament in Kombination mit anderen Therapien besonders wirkungsvoll ist.

WANC 29.06.04/pte

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