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Lymphogranuloma venerum: Anfangssymptom ist meist ein schmerzloses Knötchen oder Bläschen im Genitalbereich
Geschlechtskrankheit LGV: Jetzt auch in Europa

Die Geschlechtskrankheit Lymphogranuloma venerum (LGV) , die bisher nur in Entwicklungsländern vorkam, ist nach Europa übergeschwappt. Falls LGV rechtzeitig entdeckt wird, ist die Behandlung problemlos. Falls nicht kann es zu Komplikationen kommen.

LGV wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Es wird durch denselben Bakterienstamm verursacht, der für die Bildung von Chlamydien (STI) verantwortlich ist. In den vergangenen Monaten wurde von Ausbrüchen in Rotterdam, Antwerpen, Paris, Stockholm und Hamburg berichtet. "In der westlichen Welt war LGV zuvor kaum bekannt. Es kam in Gebieten von Afrika, Asien, Südamerika und der Karibik vor. Was wir jetzt erleben, ist etwas ganz Neues und es betrifft vor allem homosexuelle Männer", so Neil Macdonald von Englands Health Protection Agency (HPA) .
Seit vergangenem Oktober hat die HPA ein wachsames Auge auf LGV. Bis heute sind in England 24 Fälle aufgetreten. Die HPA konnte 19 der 24 infizierten Männer ausfindig machen. Sie alle sind homosexuell und 17 von ihnen sind HIV-positiv. Macdonald: "Wir wissen, dass LGV hier ist und wir wissen, dass es ein Problem darstellt."

Schwierig sei vor allem, dass sich LGV nicht wie eine typische Chlamydienerkrankung äußert. So wüssten die Patienten oftmals nicht, dass sie infiziert sind. Auch viele Ärzte seien nicht in der Lage, die Infektion zu erkennen.

Anfangssymptom ist meist ein schmerzloses Knötchen oder Bläschen im Genitalbereich, was meist unbemerkt bleibt. Dazu kommt eine Entzündung des Mastdarms. Dies äußert sich durch Schmerzen, Ausfluss, rektale Blutungen und blutigen Stuhl. Nach frühestens einer Woche vergrößern sich die Lymphknoten in der Leistengegend. Später bilden sich im Genitalbereich Abszesse, die ein eitriges, später milchig-seröses Sekret absondern.

LGV kann ganz einfach durch eine dreiwöchige Antibiotika-Kur behandelt werden. Aber wenn es nicht entdeckt wird, können Komplikationen auftreten - Fieber, Gewichtsverlust und Vernarbungen im Analbereich, die oftmals operativ behandelt werden müssen. Oftmals werden die Symptome mit Darmproblemen abgetan, was die richtige Diagnose hinauszögert. "Wir arbeiten mit HIV-positiven Männern zusammen. Das Bewusstsein für LGV muss wachsen", so Will Mutland von Terrence Higgins Trust
.

WANC 10.02.05/pte
Deutsche Gesellschaft für Reisemedizin

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Robert Koch Institut (PDF)

 
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