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Der Köper braucht Beta-Carotin für gesunde Haut, Augen, für Wachstum und Knochenentwicklung
Beta-Carotin: In hohen Dosen schädlich

Erhöhte Einnahme von Beta-Carotin sollte positiv gegen Lungenkrebs und Bluthochdruck wirken. Doch nun lassen Studien an den positiven Einflüssen auf die Gesundheit zweifeln. Jedenfalls wenn es um die Zufuhr von hohen Mengen isolierten Beta-Carotins (Provitamin A) geht. Denn statt zu senken erhöht es das Lungenkrebsrisiko, auch noch nach dem Absetzen des Vitamins.

Der Köper braucht Beta-Carotin für gesunde Haut, Augen, für Wachstum und Knochenentwicklung. Darüber hinaus wird Beta-Carotin nachgesagt, die Zellen zu schützen und somit vorbeugend gegen Krebs - vor allem Lungenkrebs - zu wirken. In Deutschland wird Provitamin A der Magarine beigemengt, es darf sogar allen Lebensmitteln ohne besondere Genehmigung zugesetzt werden.

Die Frage stellt sich: Wieviel Beta-Carotin benötigen wir? Vitaminverkäufer sagen, dass bis zu 20mg des isolierten Stoffes pro Tag unbedenklich sind. Zumal alles, was der Körper nicht benötigt, wieder ausgeschieden wird.

Ganz so unbedenklich ist es denn wohl nicht. Schon 2001 warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BgVV): "Beta-Carotin (Provitamin A) ist als natürlicher Bestandteil in Obst- und Gemüsesorten enthalten, denen eine Schutzfunktion gegenüber Krebs und Herzkreislauferkrankungen zugeschrieben wird. Es ist darüber hinaus als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. In der Annahme, dass die gesundheitsfördernde Wirkung bestimmter Obst- und Gemüsesorten dem darin enthaltenen Beta-Carotin zuzuschreiben sei, wird es von Herstellern vermehrt in isolierter Form in Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch in Getränken und Milchprodukten angeboten. Neuere wissenschaftliche Studien zeigen aber, dass Beta-Carotin in isolierter Form schon bei einer täglichen Aufnahme von 20 mg bei starken Rauchern und Menschen mit Herz-, Kreislauferkrankungen Gesundheitsschäden verursachen kann."

Jetzt berichtet das Deutsche Ärzteblatt über eine Studie, die im Januar 1996 in den USA abgebrochen werden mußte. Diese Studie sollte die lungenkrebsvorbeugende Wirkung von Beta-Caroten bei starken Rauchern und Menschen, die stark Asbest ausgesetzt sind, nachweisen. Stattdessen kam es zu vermehrten Bronchialkarzinomen sowie zu kardiovaskulären Komplikationen. Der Anstieg der Lungenkrebsrate ist auch sechs Jahre nach dem Ende der Studie noch nachweisbar.

In der CARET genannten Studie, brachte Beta-Carotin keine Senkung der Gefahr eines Lungenkrebses, sondern das Erkrankungsrisiko stieg um 28 Prozent an. Auch die Zahl der kardiovaskulären Ereignisse nahm zu. Insgesamt wurden 17 Prozent mehr Todesfälle gezählt.

Was besonders verunsichert: Nach Absetzen des Beta-Carotins verringerte sich das Lungenkrebsrisiko nicht. Gary Goodman vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle beobachteten, dass sich das Herz-Kreislauf-Risiko zwar wieder normalisierte. Doch sechs Jahre nach Ende der Studie war immer noch ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko feststellbar und zwar besonders bei Frauen.

Das BgVV empfiehlt die Festsetzung von Höchstmengen für Beta-Carotin, die sicherstellen, dass pro Tag insgesamt nicht mehr als 2 mg Beta-Carotin in isolierter Form aufgenommen werden, das sind 10 Prozent der Dosierung, die sich in einer Studie für starke Raucher als schädlich erwiesen hat.

Derzeit sind Nahrungsergänzungsmittel im Handel, die nach den Verzehrsempfehlungen der Hersteller zu einer Aufnahme von 10 bis 20 mg/Tag und mehr führen können. Hinzu kommen Getränke, die zum Teil 36 mg zugesetztes Beta-Carotin je Liter enthalten. Auf den Produkten ist Beta-Carotin gelegentlich auch als "Provitamin A" deklariert, da es als Vorstufe von Vitamin A fungiert. Folgert das BgVV: "Aus ernährungsphysiologischer Sicht besteht keine Notwendigkeit für den Zusatz von Beta-Carotin, da die Vitamin-A-Versorgung in Deutschland mehr als ausreichend ist."

Wo findet man natürliches Beta-Carotin?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Tagesdosis für Erwachsene von etwa 0,8-1,1 mg. Dieser Bedarf ist zum Beispiel in 90 g Möhren oder 10 g Leber enthalten. Weitere Quellen für Beta-Carotin (eine chemische Vorstufe des Vitamin A) und Vitamin A: grünes und gelbes Gemüse (Spinat, Salat).

WANC 02.12.04

Apothekenkammer Westfalen-Lippe

Bundesinstitut für Risikobewertung

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