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Milch kann Erkrankungen an Herz und Kreislauf anscheinend vorbeugen  (Foto:Thorben Wengert / pixelio.de)
Milch kann Erkrankungen an Herz und Kreislauf anscheinend vorbeugen (Foto:Thorben Wengert / pixelio.de)
Milchprodukte schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kein Scherz.

Das ist schon eine Überraschung. Milch, Käse, Butter und Joghurt galten eigentlich als problematisch für Herz und Kreislauf. Doch jetzt könnte die Analyse von Studiendaten einiges ändern: Wer Milch und Produkte daraus verzehrte, bekam seltener mit Herz und Kreislauf zu tun und lebte auch länger.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen Milchprodukte haben, dazu gibt es viele Untersuchungen. Die Ergebnisse fallen recht unterschiedlich aus, manche Studien betonen die negativen Seiten der Milch, andere besagen dagegen, dass Milchprodukte einen schützenden Effekt z.B. gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Darmkrebs haben. Eine ziemlich einheitliche Studienlage besteht nur für Männer, die mehr als 1,2 Liter Milch oder mehr als 100 Gramm Hartkäse täglich verzehren - die könnten ihr Risiko für Prostatakrebs erhöhen.

Warum die Bewertung von Milch so unterschiedlich ausfällt, hat Gründe: Zum einen unterscheiden sich Milchprodukte stark voneinander, beispielsweise was Fettgehalt und Fermentation (Haltbarmachung) betrifft. Zum anderen enthalten sie sowohl ungesättigte Fettsäuren, die die Blutfette negativ beeinflussen. Aber auch fettlösliche Vitamine, Aminosäuren, gesunde Fettsäuren, Phospholipide (wichtige Bestandteile der Zellmembran) und Kalzium, die eher positiv für die Gesundheit eingeordnet werden.

In der jetzt vorgelegten Untersuchung wurden in den Jahren 2003 bis 2018 erhobene Daten von 136.384 Frauen und Männern im Alter von 35 bis 70 Jahren aus 21 Ländern in fünf Kontinenten ausgewertet. Im Beobachtungszeitraum wurden 6.796 Todesfälle und 5.855 schwere Herz-Kreislauf-Vorfälle wie Herzinfarkt und Schlaganfall aufgezeichnet.  

Erfaßt wurden die Ernährungsgewohnheiten und der Konsum von Milch dieser Menschen. Als tägliche Standardportion galten ein Glas Milch (244 Gramm), ein Becher Joghurt (244 Gramm), eine Scheibe Käse (15 Gramm) und eine Portion Butter (5 Gramm). Unterteilt wurde dann in keinerlei Konsum von Milch (Gruppe 1), weniger als 1 Standardportion (Gruppe 2), 1-2 Standardportionen  (Gruppe 3) und über 2 Standardportionen (Gruppe 4)- jeweils pro Tag. In Gruppe 4 wurden im Durchschnitt 3,2 Standardportionen verzehrt.

Im Vergleich der Gruppe 1 mit der Gruppe 4 rangierte die Gesamtsterblichkeit in der Gruppe der Viel-Milch-Konsumenten um 16% niedriger. In Bezug auf die nicht-kardiovaskuläre Mortalität war die Quote in der Gruppe 4: 2,5% und in der Gruppe 1: 4%, bei den Todesfällen mit Herz-Kreislauf-Versagen 0,9% : 1,6%, schwerwiegende Herz-Kreislauferkrankungen 3,5% : 4,9% und bei Schlaganfall 1,2% : 2,9%. Der Unterschied bei Herzinfarkt war sehr gering.

Die Daten offenbarten auch, dass der höhere Verzehr von Vollfett-Milchprodukten im Vergleich mit geringeren Verzehrmengen zu einer geringeren Sterblichkeit und einem verminderten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führte. Der gesteigerte Konsum von Milch und Joghurt war effektiver als der von Butter und Käse. Warum fettere Milchprodukte im Vergleich zu fettreduzierten Erzeugnissen der Herz-Kreislauf-Gesundheit mehr bringen, erklären die Mediziner damit, dass LDL-Cholesterin möglicherweise doch dem Herz und Kreislauf nützt und die fetteren Milchprodukte andere Stoffe enthalten, die die Herzgesundheit fördern.

13.9.2018 cs / Quelle: The Lancet

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