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Kaffee scheint vor allem Lebererkrankungen vorzubeugen (Foto: Tchibo)
Kaffee scheint vor allem Lebererkrankungen vorzubeugen (Foto: Tchibo)
Kaffee zu trinken, nützt der Gesundheit mehr, als es schadet

Ob Kaffee sich nun positiv oder negativ auf die Gesundheit auswirkt, war lange durchaus umstritten. Insbesondere hatte man geglaubt, dass Kaffee dem Herzen schaden könnte. Inzwischen ist man klüger geworden. Besonders bei Lebererkrankungen konnte man die schützende Funktion von Kaffee nachweisen. Jetzt kommt eine große Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Kaffee eigentlich nur in der Schwangerschaft gemieden werden sollte.

Dr. Robin Poole von der Universität Southampton hält Kaffeetrinken für eine sichere Sache: „Kaffee zu trinken scheint innerhalb gewisser Grenzen und normaler Konsumgewohnheiten keinen Schaden anzurichten. Ausnahme ist während der Schwangerschaft und bei Frauen mit einen erhöhten Knochenbruchrisiko.“

Poole hat mit seinem Team 201 Studien ausgewertet, die sich mit dem Genuss von Kaffee und der Gesundheit beschäftigt haben. Dabei wurden 67 Krankheiten bei mehreren Mio. Menschen untersucht. Bei den meisten Krankheitsbildern zeigte sich, dass Kaffee sich günstig auf die Erkrankung auswirkte. Im Vergleich von geringen zu hohem Kaffeekonsum erwies sich eine Menge von drei bis vier Tassen als die günstigste. Mehr Kaffee brachte keinen zusätzlichen Nutzen, wahrscheinlich aber auch keine zusätzlichen Risiken.

Am deutlichsten waren die Vorteile bei Lebererkrankungen. Kaffee zu trinken, senkte die Gefahr einer nicht-alkoholischen Fettleber (Fettleber, die nicht durch Alkoholmissbrauch entstanden ist) um 29%, einer Leberfibrose (krankhafte Vergrößerung der Leber) um 27% und einer Leberzirrhose (Schrumpfleber, Endstadium von Lebererkrankungen) um 39%.

Drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag senkte das allgemeine Sterberisiko um 17%, das Risiko an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben um 19% und an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu leiden um 15%. Im Vergleich von höherem zu geringem Kaffeekonsum sank das Risiko für eine Krebserkrankung um 18%. Das betraf vor allem Prostata-, Gebärmutter-, Haut- und Leberkrebsarten.

Positive Auswirkungen wurden darüber hinaus auf die Erkrankung an Typ 2 Diabetes (minus 30% Risiko), Gallensteinen und Gicht fest gestellt. Außerdem gab es Hinweise auf den positiven Einfluß von Kaffee auf Parkinson, Depressionen und Alzheimer.  

Probleme machte Kaffee während der Schwangerschaft. Frauen, die während der Schwangerschaft viel Kaffee tranken, brachten zu 31% mehr Kinder mit einem geringen Gewicht zur Welt. Das Risiko für einen Verlust der Schwangerschaft stieg um 46% und einer Frühgeburt um 22%. Dass die Babys an Leukämie erkrankten, war bei Kaffeetrinkerinnen um 57% gesteigert.

Poole glaubt dennoch nicht, dass sich Kaffeetrinken zur Prävention von Krankheiten eignet. Aus Gesundheitsgründen müsse man aber nicht auf seine Tasse Kaffee verzichten. Die Untersuchungen führen aber zwei große Aber:
1. Es ist bisher noch nicht wirklich geklärt, wie sehr hoher Kaffeekonsum (also wesentlich mehr als vier Tassen am Tag) die Gesundheit beeinflußt.
2. Wer Kaffee mit Zucker und Milch oder Sahne trinkt, könnte unangenehme Nebenwirkungen (z.B. Gewichtszunahme, Diabetes) erleiden.

28.11.2017, cs / Quelle: BMJ 2017

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