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Kristallsalz aus dem Himalaya: Besondere Wirkungen nicht belegt (Foto: Hermera)
Himalaya-Salz: Kein Wunder der Natur

Himalaya-Salz werden heilende Kräfte nachgesagt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont jedoch, dass "Aussagen über den gesundheitlichen Nutzen von Kristallsalzen nicht haltbar" sind.

Ob im Internet, in Reformhäusern oder im Naturkostladen: Himalaya-Salz wird als besonders wertvolles Kristallsalz angepriesen. Ihm werden sogar heilende Kräfte nachgesagt. So soll es angeblich giftige Stoffe lösen und aus dem Körper schwemmen. Die Heilversprechen reichen von Senkung des Blutdrucks über Linderung von Gicht und rheumatischen Beschwerden bis hin zur Verminderung des Suchtverhaltens bei Suchterkrankungen oder „positive Beeinflussung“ bei Krebs. Laut DGE sind Aussagen über den gesundheitlichen Nutzen von Kristallsalzen nicht haltbar.

„Ein einziges Wundermittel kann wohl kaum so viele Ernst zu nehmende Erkrankungen heilen. Besondere Wirkungen auf den Körper durch Verzehr von Kristallsalz aus dem Himalaya sind wissenschaftlich nicht belegt“, so Dr. Helmut Oberritter, Wissenschaftlicher Leiter der DGE. Zudem hat Kristallsalz seinen Preis: Ein Kilogramm kostet zwischen 15,00 und 24,00 Euro, 500 g normales Kochsalz aus dem Einzelhandel sind hingegen für ca. 20 Cent erhältlich.

Da Kristallsalz angeblich aus allen natürlichen Elementen des menschlichen Körpers bestehe, soll es maßgeblich zur Mineralstoffversorgung beitragen. Allerdings enthält Himalaya-Salz mindestens 97 % Kochsalz (Natriumchlorid) und unterscheidet sich nur unwesentlich vom Natriumchloridgehalt in Speisesalz (98 %). Der Gehalt anderer Mineralstoffe ist so gering, dass mit üblichen Verzehrsmengen dieses Produkts kein nennenswerter Beitrag zur Bedarfsdeckung anderer Nährstoffe geleistet werden kann. „Für die Ernährung bietet es keinen Vorteil im Vergleich zu herkömmlichem Salz“, so Dr. Helmut Oberritter. Im Gegenteil: Als besonderer Nachteil des Kristallsalzes erachtet die DGE das Fehlen von Jod. Denn durch den Zusatz von Jod zum Speisesalz konnte in den letzten Jahren die Jodversorgung der deutschen Bevölkerung verbessert werden. Eine positive Folge ist eine zurückgehende Zahl des durch Jodmangel bedingten Kropfes.

Der Aberglaube: Die besonders heilende Kraft des Himalaya-Salzes basiere angeblich auf seinem spezifischen Schwingungsmuster, mit dem die Energiedefizite des Körpers ausgeglichen werden können. Durch die Kraft des Salzes sollen z. B. krank machende elektromagnetische Schwingungen der Umwelt, wie sie von Handys, Mikrowellen oder Fernseher ausgehen, ausgeglichen werden. Durch das tägliche Trinken der Sole, ein mit dem Salz hergestellter Aufguss, soll z. B. der Säure-Basen-Haushalt ausgeglichen werden. Unser Körper besitzt jedoch eigene Puffersysteme, die einseitige oder extreme Nahrungseinflüsse selbstständig regulieren. Zum Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts ist diese Sole nicht erforderlich. Auch auf den Blutdruck soll sie einen positiven Einfluss haben. Die Empfehlung, jeden Morgen Salzsole aufzunehmen ist allerdings für salzsensitive Bluthochdruck-Patienten bedenklich.

Die DGE betont, dass Natrium und Chlorid für den menschlichen Organismus unerlässlich sind und zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Funktionen benötigt werden. Sie sorgen gemeinsam mit Kalium für die Regulation des Wasserhaushalts im Köper. Dadurch werden Druck und Volumen im Gewebe aufrecht erhalten. Ein Natrium- und/oder Chloridmangel ist recht selten, er ist lediglich bei extremer körperlicher Belastung (z. B. Hochleistungssport) zu beobachten. Die DGE hält eine Zufuhr von 6 g Kochsalz pro Tag für ausreichend. Eine höhere Zufuhr bringt keine Vorteile, eher Nachteile, insbesondere bei salzsensitivem Bluthochdruck.

WANC 14.11.03

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