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Wie gesundheitsgefährdend rotes Fleisch wirklich ist, stellen neuere Studien in Frage  (Foto: Peter Smola / pixelio.de)
Wie gesundheitsgefährdend rotes Fleisch wirklich ist, stellen neuere Studien in Frage (Foto: Peter Smola / pixelio.de)
Rotes Fleisch: Möglicherweise weniger Gesundheitsgefahren, als bisher angenommen

Überlicherweise sehen Ernährungsratschläge heute so aus: Meide viel Fleisch - vor allem von Rind, Schwein und Lamm sowie Würste - denn sonst gefährdest du dein Herz und erhöhst das Risiko für Krebserkrankungen. Doch jetzt nähren neuere Untersuchungen Zweifel an diesen Aussagen. Demnach gehen von dem Verzehr von rotem Fleisch keine so bedeutenden Gesundheitsrisiken aus.

Auch in der Medizinauskunft finden sich Berichte über Ergebnisse von Studien, die besagen, dass wer viel rotes Fleisch ist eher an Krebs oder Herz-Kreislauf-Problemen erkrankt und früher stirbt. Mit jeder Portion roten Fleisches stieg demnach das Sterberisiko um 13%,  eine Portion verarbeitetes Fleisch ließ es sogar um 20% wachsen. Die gleiche Menge roten bzw. verarbeitetem Fleisches sorgte für ein um 18% bzw. um 21% erhöhtes Risiko für Erkrankungen von Herz und Gefäßen.

Doch jetzt wurde eine Untersuchung veröffentlicht, die 54 Studien mit insgesamt mehr als 6 Mio. Teilnehmern zu dem Thema Fleischverzehr und Herz-Kreislauf bzw. Krebsrisiko neu auswertet, wobei die Beweiskraft der Studien nach einem bestimmten Prinzip bewertet wird. So führen beispielsweise sogenannte Beobachtungsstudien (dabei werden die Patienten zu ihren Erfahrungen befragt) oft zu Verzerrungen der Ergebnisse.

Diese Analyse, die durch Ernährungswissenschaftler in Korea, Kanada, China, Saudi Arabien, Polen, Spanien und Brasilien durchgeführt wurde, ergab, dass eine Verminderung des Fleischverzehrs um drei Portionen pro Woche in sieben weniger Toten pro 1000 Personen für rohes, unbehandeltes und acht weniger Toten pro 1000 Personen für verarbeitetes Fleisch führte. In Bezug auf Prostata-, Speiseröhren-, Darm- oder Brustkrebssterblichkeit führte die gleich Verminderung des Verzehrs von rotem oder verarbeitetem Fleisch nur zu geringen Verminderungen.

Deshalb kommen die Wissenschaftler zu dem Schluß: „Die Effekte von Konsum von rotem oder verarbeitetem Fleisch auf die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung und Krebssterblichkeit  sind sehr gering. Die Stärke des Beweises eines Zusammenhanges ist niedrig.“

Eine weitere, erst kürzlich veröffentlichte Datenauswertung von 48.835 Frauen ergab, dass eine Ernährungsweise mit weniger Fleisch kaum reduzierende Auswirkungen auf die Sterblichkeit hatte. Sie betrug bei der Todesursache Herz-Kreislauf 2%, bei der Erkrankung von Herz und Kreislauf 1% und bei der allgemeinen Sterblichkeit 1%. Ähnlich, so die Wissenschaftler, verhielt sich das auch bei der Häufigkeit einer Krebserkankung. Auch in dieser Studie kommen die Ärzte zu dem Schluß, dass eine Verminderung des Konsums von rotem Fleisch sich kaum auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit und Gefahr einer Krebserkrankung auswirkt.

4.10.2019 cs / Quelle: Ann Intern Med.

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