Rund fünf Prozent aller Deutschen leiden an einem so genannten Alterszucker (Typ-2-Diabetes). Der Name trügt, denn die Menschen erkranken immer früher - manchmal sogar schon als Jugendliche.
"Zwei Drittel aller Fälle könnten vermieden werden, wenn es gelänge den Anstieg des Körpergewichts im Erwachsenenalter zu vermeiden", so Professor Hans Hauner vom Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut (DDFI) an der Universität Düsseldorf in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift DMW (Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2002).
Die beiden anderen vermeidbaren Risikofaktoren sind schlechte Ernährung (zu viele Kalorien, zu viele gesättigte Fettsäuren, zu wenig Ballaststoffe) und Bewegungsmangel. Hauner gibt sich jedoch keiner Illusion hin, den Kampf gegen Grill-Exzesse, Fast-Food und Trägheit gewinnen zu können: "Alle bisherigen Präventionsprogramme waren ausgesprochen enttäuschend".
Erfolgversprechender sind dagegen Angebote an Hoch-Risiko-Personen: Übergewichtige, deren Eltern oder Geschwister bereits an einem Typ-2-Diabetes erkrankt sind, werden mit 60 bis 70 prozentiger Wahrscheinlichkeit selbst zuckerkrank. Diese Menschen benötigen eine intensive Betreuung, da eine Gewichtsabnahme um fünf Kilogramm, eine Ernährungsumstellung und vier Stunden Bewegung in der Woche jede zweite Diabeteserkrankung verhindern kann.
Quelle: WANC/Thieme Verlag 08.02