Wenn Deutschlands Kinder in die Schule gehen, bleibt in der morgendlichen Hektik in vielen Familien keine Zeit für ein gemeinsames Frühstück.
Jedes vierte Kind verlässt gelegentlich mit leerem Magen das Haus, belegen Umfragen. Ein Fehlstart mit Folgen: "Kinder sind in der Wachstumsphase ganz besonders auf Energiezufuhr nach der nächtlichen Schlafpause angewiesen. Werden ihre Energiereserven am Morgen nicht aufgefüllt, leiden die Konzentration und die Leistungsfähigkeit", so die Ernährungswissenschaftlerin Stephanie Wetzel aus Berlin.
Zu einem vollwertigen Frühstück gehören Getreide- und Milchprodukte, frisches Obst oder Gemüse sowie ein Getränk. Bei der Zusammensetzung des Frühstücks ist insbesondere auf eine ausreichende Versorgung mit Calcium zu achten. "Für den Aufbau von Zähnen und Knochen ist für Kinder im Schulalter eine tägliche Aufnahme von 90 bis 1.200 Milligramm Calcium empfehlenswert. Bei vielen Kindern und Jugendlichen besteht heute aber eine deutliche Unterversorgung mit diesem Mineralstoff", betont Stephanie Wetzel.
Was aber tun, wenn das Kind am Morgen keinen Appetit hat? Frühstücksmuffel sollten nicht zum Essen gezwungen werden. Aber schon mit kleinen Änderungen im morgendlichen Familienalltag lässt sich viel erreichen. Eltern sollten mit gutem Beispiel vorangehen: Statt nur hektisch einen Schluck Kaffee zu trinken, raten Experten, sich Zeit für ein gemeinsames Frühstück mit den Kindern zu nehmen. Je interessanter das Frühstück abläuft, desto eher kommt zur ersten Mahlzeit des Tages Freude auf. Ein buntes Set in den Lieblingsfarben des Kindes kann den Hunger ebenso wecken wie Abwechslung auf dem Frühstücks-Speiseplan. Erstes und zweites Frühstück sollten sich ergänzen. Als Faustregel gilt hier: Je kleiner das Frühstück zu Hause ausfällt, desto größer sollte der Pausensnack für die Schule sein. Schon bei den Kleinen isst das Auge mit. Deshalb sollte das Pausenfrühstück in einer praktischen Kunststoffbox so verpackt werden, dass es auch nach Stunden noch lecker aussieht.
WANC 21.08.03