Schwangerschaft
Kinder
Senioren
 
 

Gemobbte Kinder fühlen sich oft unendlich einsam und allein (Foto: S. Hofschlaeger  / pixelio.de)
Gemobbte Kinder fühlen sich oft unendlich einsam und allein (Foto: S. Hofschlaeger  / pixelio.de)
Mobbing im Teenageralter führt häufig zu Depressionen

Mobbing ist ein relativ neuer Begriff, der aber ein altes Phänomen beschreibt: Da soll jemand mit unfairen Mitteln fertig gemacht werden. Mobbing schließt Gewalt - ob nun verbal oder physisch, ob nun offen oder eher subtil - mit ein. Mobbing ist auf jeden Fall böswillig und nimmt körperliche wie geistige Schädigungen billigend in Kauf. Heranwachsende, die Mobbing ertragen müssen, neigen verstärkt dazu, an Depressionen zu erkranken.

Seine besondere Bedeutung hat Mobbing für Teenager durch das Internet bekommen. Denn das Netz scheint besonders geeignet dazu zu sein, andere zu beleidigen oder üble Nachreden zu verbreiten. Dabei geht es nicht nur um Beschimpfungen, sondern vor allem um kompromittierende Fotos und Videos, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.

Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg hat die JIM-Studie publiziert, wonach von Mobbing Mädchen wie Jungen gleichermaßen betroffen sind. Unterschiede gibt es in den verschiedenen Altersgruppen: von den 16- bis 17-Jährigen sind 22 Prozent betroffen, bei den 14- bis 15-Jährigen waren es 14 Prozent. Ebenfalls 14 Prozent klagen, dass peinliche Fotos und Videos von ihnen im Netz landeten.

Der Hightech-Verband BITKOM hat ebenfalls Jugendliche befragt und kommt zu ähnlichen Ergebnissen. 14 Prozent der Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren ist im Internet gemobbt worden. Das sind, stellt BTIKOM erschreckt fest, rund eine Million Fälle. Unter den 10- bis 12-Jährigen sind bereits 9 Prozent Opfer von Cybermobbing oder Beleidigungen geworden. Unter den 13- bis 15-Jährigen sind es 16 Prozent und unter den 16- bis 18-Jährigen 15 Prozent. Mädchen sind mit einem Anteil von 15 Prozent etwas häufiger betroffen als Jungen mit 13 Prozent.

Was Mobbing-Attacken - ob nun im Internet oder in der Schule - bei Jugendlichen bewirken, haben Psychologen an der Universität Oxford erforscht. Sie haben 3898 Heranwachsende untersucht, die im Alter von 13 Jahren zu Mobbing befragt worden waren. 683 hatten berichtet, mehrmals Opfer von Mobbing-Attacken gewesen zu sein. Bei 101 (14,8%) dieser Jugendlichen wurden im Alter von 18 Jahren eine klinisch relevante Depression diagnostiziert. 1446 Teenager hatten angegeben, nur gelegentlich (ein- bis dreimal innerhalb von sechs Monaten) gemobbt worden zu sein. Bei 103 (7,1%) stellten die Ärzte im Alter von 18 Jahren eine Depression fest.

Zum Vergleich: Von den Jugendlichen, die nicht gemobbt worden waren, erkrankten 98 (5,5 Prozent) an einer Depression. 10,1 Prozent der gemobbten Schüler/innen litten unter der Depression länger als zwei Jahre, bei den Nicht-Gemobbten waren es 4,1%.  

07.06.2015/ Quelle: BMJ 2015

Mobbing macht krank

Depressionen bei Kindern: Es dauert lange, bis sie erkannt werden

Psychische Leiden: Jüngere stark betroffen

 
Seite versenden  
Seite drucken