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Omega-3-Fettsäuren, wie sie in fettreichem Fisch, bestimmten Meeresfrüchten und einigen Nüssen und Samen vorkommen, wirken sich möglicherweise positiv auf Depressionen aus (Foto: pipistrello / pixelio.de)
Omega-3-Fettsäuren, wie sie in fettreichem Fisch, bestimmten Meeresfrüchten und einigen Nüssen und Samen vorkommen, wirken sich möglicherweise positiv auf Depressionen aus (Foto: pipistrello / pixelio.de)
Können Omega-3-Fettsäuren etwas gegen Depressionen ausrichten?

Was hilft gegen Depressionen? Und ohne die häufig erheblichen Nebenwirkungen der bisher eingesetzten Medikamente? Manche sagen, dass die Einnahme von mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren, die sogenannten Omega-3-Fettsäuren, helfen könnte. Doch die Studienlage ist nicht eindeutig, weil viele Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Eine neue Untersuchung bestätigt zwar Hoffnungen, aber eine eindeutige Antwort liefert sie auch nicht.

Wissenschaftler des Duke University Medical Center bestätigen, dass ein Zusammenhang zwischen den Blutwerten der Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) und Depressionen und kognitiver Beeinträchtigung sowie Herzversagen besteht. In unterschiedlichsten Studien wurde ermittelt, dass in Ländern mit hohem Fischölkonsum Ärzte seltener depressive Erkrankungen diagnostizieren als in Ländern, in denen wenig Fisch verzehrt wird. Häufig weist der Blutspiegel depressiver Patienten erniedrigte Werte von  EPA auf, die von Funktionsstörungen im Stoffwechsel ungesättigter Fettsäuren begleitet werden. Und in den roten Blutzellmembranen oder im Plasma wurden bei depressiven Menschen erniedrigte Spiegel ungesättigter Fettsäuren lokalisiert.

Die Duke-Mediziner teilten 108 Personen mit chronischem Herzversagen und Depressionen in drei Gruppen ein. Sie erhielten entweder zwei Gramm pro Tag von EPA/DHA im Verhältnis 2:1, ein Produkt mit fast ausschließlich EPA oder ein Präparat ohne Wirkstoffe. Die Laufzeit der Studie betrug zwölf Wochen. Umfangreiche Bluttests wurden vor und nach der Verabreichung der Präparate durchgeführt.

Der Omega-3-Index erreichte bei der ersten Gruppe 6,79 Prozent, bei der zweiten 6,32 Prozent und bei der dritten 4,61 Prozent. Bei den Teilnehmern, bei denen festgestellt wurde, dass sie zumindest 70 Prozent der Kapseln eingenommen und alle Tests absolviert hatten, lagen diese Werte bei 7,32 Prozent, 7,11 Prozent und 4,42 Prozent. Diese Zahlen bedeuten erst einmal nur, dass durch die Dosis und die Einhaltung der Einnahme der Präparate der Omega-3-Index in den beiden Interventionsgruppen innerhalb von drei Monaten tatsächlich verbessert werden konnte.

Und was hatte das für Auswirkungen auf die Depression? Die Wissenschaftler sehen signifikante Zusammenhänge zwischen dem Omega-3-Index und den Testergebnissen bei Depressionen mit einer kognitiven Beeinträchtigung. Demnach verbesserte sich in den beiden Gruppen, die Omega-3-Präparate bekommen hatten, der Index der sozialen Funktionieren. Der wird anhand eines 36-Punkte-Fragebogens ermittelt. Auch bei den den depressiven Symptomen  zeigten sich bei den ersten beiden Gruppen Verbesserungen. Ein höherer Index stand mit geringeren Werten beim Beck-Depressions-Inventar-II (BDI-II) in Verbindung. Dieses psychologische Testverfahren wird sehr häufig zur Diagnose einer Depression eingesetzt.

Dr. Bill Harris, einer der Studienleiter, bleibt dennoch vorsichtig bei der Interpretation der Ergebnisse. Seiner Meinung nach sind Omega-3-Fettsäuren eher zur Prävention als zur Behandlung geeignet. Die aktuelle Studie hat laut Harris auch keine Aufschlüsse darüber ermöglicht, welches der beiden Präparate wirksamer ist. Der nachgewiesene Zusammenhang zwischen höheren Omega-3-Fettsäure-Werten im Blut und einer Verbesserung der Symptome bei Patienten mit Depressionen und Herzversagen sei jedoch ermutigend und könnte zu neuen Behandlungsansätzen führen.

Ob diese Untersuchung allerdings wirklich neue Erkenntnisse gebracht hat, bleibt fraglich. Das Cochrane Netzwerk (www.cochrane.org/de/), das zuverlässige, nachprüfbare und nicht von Sponsoren beeinflußte Gesundheitsinformationen liefern will, hat viele Hinweise dafür gefunden, „dass ungesättigte n-3-Fettsäuren gegen Symptome der Depression wirken. Allerdings kamen viele Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen, weswegen es schwierig ist, endgültige Schlüsse zu ziehen“.

In einer Überprüfung (fand 2015 statt) von 26 Studien zog Cochrane die folgenden Schlüsse: Die Beweiskraft der Studien ist niedrig bis sehr niedrig. Es wurde „eine gering bis mäßig positive Wirkung von ungesättigten n-3-Fettsäuren im Vergleich zum Placebo“ festgestellt, „aber diese geringe Wirkung dürfte für Menschen mit Depression kaum von Bedeutung sein“. Cochrane fordert deshalb mehr Evidenz, also mehr Gewissheit durch eindeutige Fakten. Anmerkung der Redaktion: Diese Forderung dürfte sich auch nach der neuen Studie nicht erledigt haben.

23.8.2018 cs / Quelle: JACC: Heart Failure/pte

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