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Helfen E-Zigaretten wirklich beim Rauchenaufhören?

Ein Werbeargument für E-Zigaretten ist immer wieder, dass sie dabei unterstützen, das Rauchen aufzugeben. Dabei ist natürlich das Rauchen von "normalen" Zigaretten mit Tabak gemeint. Ob sich E-Zigaretten durch ihren Gebrauch selbst überflüssig machen, dazu gibt es bisher keinerlei Untersuchungen und kann eigentlich auch nicht im Sinne der Hersteller von elektrischen Zigaretten sein, die anstatt Tabak Flüssigkeiten - sogenannte Liquide - verdampfen. Überhaupt - zu den gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten existieren bisher nur erstaunlich wenige Untersuchungen. Jetzt haben Wissenschaftler die vorliegenden Studien, in wie weit E-Zigaretten ihre Tabakkollegen  ersetzen oder sogar ganz vom Rauchen abhalten können, ausgewertet. Das Ergebnis ist eigentlich ein Nicht-Ergebnis, denn wirklichen Aufschluss liefern die Daten nicht.

Niemand kann behaupten, dass sich Prof. Peter Hajek von der Queen Mary University of London nicht für seine Überzeugungen einsetzt. In einem Interview mit Spiegel-Online (28.05.2014) hob er hervor, dass es noch nie etwas gegeben hätte, "das auch nur annähernd so vielversprechend im Kampf gegen den Tabakkonsum gewesen wäre." Und er unterstrich: "E-Zigaretten haben das Zeug, tabakbedingte Krankheiten und Todesfälle zu eliminieren." Hajek hat sich auch vehement gegen die Pläne der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgesprochen, E-Zigaretten viel stärker zu reglementieren.

Hajek gehört zu dem Team von Wissenschaftlern, die jetzt nach der Wirkung beim Rauchstopp geforscht haben. Dabei konnten sie Daten von über 600 Rauchern auswerten. Dabei stellte sich heraus, dass E-Zigaretten-Raucher es häufiger schafften, das Zigarettenqualmen sechs Monate aufzuhören als diejenigen, die einen E-Zigaretten-Ersatz (Liquid ohne Nikotin) benutzten: bei E-Zigaretten waren es 9%, bei den Placebos 4%. Wenn es darum ging, den Tabakzigarettenkonsum mindestens um die Hälfte zu verringern, dann schafften das mit E-Zigaretten 36%, mit den Placebos 27%.

Was kann man nun mit diesen Zahlen anfangen? Eigentlich gar nichts. Denn die Wissenschaftler müssen einräumen, dass die Aussagekraft und Vertrauenswürdigkeit der Daten als "gering" einzustufen sind. Das liege zum einen an der geringen Zahl der vorliegenden Studien, an der relativ breiten Streuung der Ergebnisse und an der Tatsache, dass noch kaum erforscht ist, inwieweit die E-Zigaretten, die Liquids mit Nikotin verdampfen, überhaupt den Konsum von Nikotin überhaupt reduzieren.

Umstritten wird der Nutzen von E-Zigaretten vorerst weiter bleiben. Denn viele Fragen sind bisher unbeantwortet. Eine der wichtigsten: Bringt der simple Ersatz von Tabakzigaretten durch E-Zigaretten wirklich gesundheitliche Vorteile? Obwohl es kaum eine vollständige Aufstellung der Inhaltsstoffe der Liquids gibt, zeigen erste Untersuchungen, dass sie "potentiell schädliche Stoffe" enthalten. Zu nennen sind z.B.: Diethylenglykol, Ethylenglykol und  Nitrosamine, aber auch Propyleneglykole, Glycerin und Aromastoffe.

Es gibt jedenfalls viele, die dem gesundheitlichen Nutzen von E-Zigaretten kritisch gegenüber stehen. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat nachgewiesen, dass die E-Zigaretten die oben angeführten teilweise giftigen Stoffe enthalten. Die WHO empfiehlt, den Einsatz von E-Zigaretten stark einzuschränken. Denn so harmlos, wie die Hersteller das oft versprechen, sei der elektrische Glimmstengel nicht, viele Inhaltsstoffe seien bedenklich. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) bezeichnet in einer Stellungnahme (Juni 2014) E-Zigaretten als "gesundheitlich-bedenklich", warnt davor, dass die Dämpfe Dritte (Passivraucher) schädigen könnten und betonen, dass "eine Langzeitgefährdung durch den E-Zigarettenkonsum kann nicht ausgeschlossen werden" könne.

Berliner Ärzteblatt 20.12.2014/ Quelle: Cochrane Database of Systematic Reviews, 2014

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