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Depressionen und Angststörungen: Die Schilddrüse kann schuld sein

Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion neigen zu Depressionen und Angststörungen. In einer Datenauswertung von 36.174 Patienten fanden Ärzte/innen der Universitäten in Erlangen-Nürnberg, Bamberg, Bonn und Oldenburg heraus, das bei Schilddrüsenkranken im Vergleich zu gesunden Menschen deutliche Zusammenhänge der endokrinologischen Erkrankungen mit den psychiatrischen Störungen bestanden.

Dabei geht es um die sogenannte Hashimoto-Krankheit (auch autoimmune Schilddrüsenentzündung, Autoimmunthyroiditis (AIT), Hashimoto-Thyreoiditis genannt) ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Autoimmun bedeutet, dass sich die Immunabwehr des Körpers fälschlicherweise gegen die eigenen Organe wendet und sie angreift. Die AIT gehört neben dem Jodmangel zu den häufigsten Schilddrüsenerkrankungen. Etwa 16 % aller Frauen und 2 % aller Männer sollen im Laufe ihres Lebens eine Autoimmunthyreoiditis entwickeln. Als Ursache dieser Erkrankungen wurden eine genetische Veranlagung ausgemacht, die z.B. durch Umwelteinflüsse ausgelöst wird.

Bei der Datenauswertung stellten die Ärzte/innen fest, dass Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis etwa 3,56 mal so häufig von Depressionen betroffen waren, als gesunde Menschen. In Bezug auf Angststörungen litten Schilddrüsenpatienten 2,32 mal so häufig an dieser psychischen Erkrankung wie gesunde Menschen.

Bei Schilddrüsenpatienten mit einer Hypothyreose wurden bezeichnende Laborwerte gefunden. So wiesen 50% der Personen mit einem Thyreotropin- (TSH-) Spiegel über 5 mE/l und 80%  bei TSH-Werten über 10 mE/l  Schilddrüsenantikörper auf. Der TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)- Wert zeigt mögliche Störungen der Schilddrüsenfunktion an. Ein Wert von 0,4 bis 2,5 Mikroeinheiten pro Milliliter (Mikrounits pro Milliliter, µU/ml) gilt als normal. Ein höherer Wert deutet auf eine krankhafte Unterfunktion der Schilddrüse. Bei einem niedrigeren Wert handelt es sich dagegen um eine Schilddrüsenüberfunktion.

Zu den Studienergebnissen hat Prof. Helmut Schatz, Bochum, von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) einen Kommentar verfasst: „Die sorgfältige und aufwendige Arbeit der deutschen Psychiater zeigt auf, dass bei zur Unterfunktion neigenden Schilddrüsenerkrankungen Depressionen und Angststörungen signifikant gehäuft vorkommen. Alle Ärzte einschließlich der Psychiater und auch die Psychologen sollten daher bei solchen Patienten immer an die Schilddrüse denken. …… In Deutschland wurde und wird auch heute noch mancherorts zu viel Schilddrüsen operiert. ….. Um eine Assoziation von Hashimoto-Thyreoiditis mit Depressionen und Angststörungen aufzuzeigen, müßten alle postoperativen Hypothyreosen ausgeschlossen werden. Daher sollte man, bis diese Punkte geklärt sind, keinesfalls weiterreichende Schlussfolgerungen über den Zusammenhang zwischen ‚Autoimmunthyreoiditis und Psyche‘ ziehen, insbesondere nicht über die Existenz einer in Hashimoto-Selbsthilfegruppen lebhaft diskutierten ‚Hashimoto-Enzephalitis’.“

15.5.2018 cs / Quelle: JAMA

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