Bisher haben Mediziner angenommen, dass kleine Anfälle von
Vergesslichkeit kein Grund sind, sich Sorgen zu machen. Doch jetzt kommt eine
Studie zu dem Schluss, dass sie durchaus auf den Beginn einer
Alzheimer-Erkrankung hinweisen können.
Altersbedingte Gedächtnislücken, wie das Vergessen einer erst
kürzlich geführten Unterhaltung, können Anzeichen jenes Vorganges sein, der zu
einer Alzheimererkrankung führen kann. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des
Rush University Medical Center gekommen.
Das Team um David Bennett untersuchte die Gehirne von 134 älteren
Menschen, die abgesehen von einer leichten Vergesslichkeit im Vollbesitz ihrer
geistigen Fähigkeiten zu sein schienen. Es zeigte sich, dass mehr als ein
Drittel der untersuchten Gehirne jene Proteinansammlungen aufwiesen, die mit
Alzheimer in Zusammenhang gebracht werden.
Die Forscher wiesen in den untersuchten Gehirnen ein Ausmaß an
Schädigung nach, dass mit jener bei Patienten mit schwerem Alzheimer zu
vergleichen ist. Bennett erklärte, dass diese Ergebnisse nahe legten, dass
manche Menschen diesen Schaden besser kompensieren könnten als andere. „Diese
Menschen können viele Krankheitssymptome ohne offensichtliche
Gedächtnisprobleme haben."
Die Ursachen dafür müssen erforscht werden. Der Wissenschaftler
nimmt an dass ein hohes Bildungsniveau helfen kann die Gehirnfunktionen zu
erhalten, da mehr Verbindungen zwischen den Gehirnzellen angeregt werden.
Die Ergebnisse der Studie sind von Bedeutung, weil Wissenschaftler
seit längerem versuchen, den Anfang in jenem Prozess zu identifizieren, der zu
Alzheimer führt. Denn je früher man die Erkrankung feststellen kann, desto
wirksamster kann man sie behandeln, betonen Ärzte.
WANC 28.06.06/pte