Frauen mit Depressionen
trinken mehr Alkohol als Männer mit Depressionen. Damit ist das
Henne-Ei-Problem allerdings noch nicht gelöst: Verursacht das
Trinken Depressionen oder kommen Depressionen durch das Trinken.
Der Zusammenhang zwischen
starkem Trinken und Depressionen ist bei Frauen stärker als bei
Männern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Centre for
Addiction and Mental Health und der University of North Dakota.
Wissenschafter befragten 6009 Männer und 8054 Frauen zu ihrem
Alkoholkonsum und Depressionen. Es zeigte sich, dass Frauen, die
exzessiv tranken, eher an klinischen Depressionen litten. Ein mäßiger
Alkoholkonsum erhöhte das Risiko weder bei Frauen noch Männern.
Die Studie bewertete den
Alkoholkonsum in der vergangenen Woche und im vergangenen Jahr.
Berücksichtigt wurde die Häufigkeit, wie viel bei jeder
Gelegenheit getrunken wurde, wann am meisten, die Gesamtmenge und ob
es Phasen exzessiven Trinkens gab. Depressionen wurden dahingehend
definiert, ob eine Person den Kriterien für das Krankheitsbild
einer klinischen Depression entsprach oder sich kürzlich
deprimiert gefühlt hatte. Unterschiede zwischen den beiden
Geschlechtern zeigten sich nur bei Teilnehmern mit klinischen
Depressionen. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass Frauen, die
unter starken Depressionen leiden, trinken, um einen Ausweg aus ihren
Problemen zu finden.
Sharon Wilsnack von der
University of North Dakota School of Medicine and Health Sciences
erläuterte, dass das Muster der Zusammenhänge bei Frauen
konsistenter sei, die gegen ihre Depressionen antrinken als bei
chronisch trinkenden Frauen, die in der Folge an Depressionen leiden.
"Der Teufelskreis kann damit beginnen, dass Frauen als Reaktion
auf ihre Depressionen anfangen zu trinken." Klinische
Depressionen könnten manche Frauen dazu verleiten große
Mengen von Alkohol zu trinken in der Hoffnung, dass sich ihre
depressiven Stimmungen so dämpfen lassen. Es sei jedoch laut
Wilsnack noch näher zu erforschen, ob das Trinken Depressionen
verursache oder Depressionen das Trinken. Es sei auch denkbar, dass
dieser Zusammenhang durch einen weiteren bisher unbekannten Faktor
beeinflusst werde.
WANC 05.01.07/pte