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Vitamin E und Selen erhöhen Gefahr für Prostatakrebs

Hochdosierte Wirkstoffe aus Nahrungsergängzungsmitteln sind in ihrer Wirkung auf die Gesundheit umstritten. Eine Studie hat jetzt heraus gefunden, dass hochdosiertes Vitamin E und Selen bei Männern das Risiko für Prostatakrebs deutlich erhöhen kann. Allerdings hängt die tatsächliche Gefahr von dem Selenstatus der Betroffenen ab.

Wissenschaftler vom Fred Hutchinson Cancer Research Center haben über 35.000 Männer über einen Zeitraum von 2001 bis 2008 beobachtet. Eigentlich sollte die Studie heraus finden, ob die Einnahme von täglich 400 IE (internationale Einheiten) Vitamin E und/oder 200 mcg (Mikrogramm) Selen Männer vor einer Prostataerkrankung schützen kann. Doch die ersten Ergebnisse der Studie ergaben, dass genau das Gegenteil bewirkten: Vitamin E und Selen steigerten eher das Risiko.

Bei einer ersten Auswertung kam heraus, dass Männer, die hohe Dosen von Vitamin E eingenommen hatten, zu 17% häufiger an Prostatakrebs erkrankten als die, die es nicht verwendet hatten. Selen schien das Krebsrisiko dagegen nicht in bedeutsamem Umfang zu erhöhen.

Jetzt wurden die Daten noch einmal genauer analysiert und das ergab ein differenziertes Bild. Männer die hochdosiertes Selenium einnahmen hatten ein um 91% erhöhtes Risiko für einen Prostatakrebs - und zwar einer aggressiven Form - hatten. Allerdings traf das nur dann zu, wenn der Selenstatus des Mannes bereits vor Beginn der Behandlung völlig normal war oder sogar hohe Werte aufwies.

Die zusätzliche Einnahme von Vitamin E-Präparaten erwies sich gefährlich für Männer, die bei Beginn der Behandlung über niedrige Selenspiegel verfügten. In diesen Fällen erhöhte hochdosiertes Vitamin E das Risiko für Prostatakrebs allgemein um 63%, für besonders aggressive Krebsformen jedoch um 111%.

Dr. Alan Kristall, der die Untersuchung leitete, warnt: "Männer, die derartige Nahrungsergänzungsmittel nutzen, sollten das beenden. Weder Vitamin E noch Selen bringen irgendwelche Vorteile - nur Risiken." Warum weder Vitamin E noch Selen schützen, erklären sich die Wissenschaftler damit, dass bei beiden Antioxidantien überhöhte Mengen die Wirkung von positiv in negativ umschlagen lässt. Sagt Kristall: "Es gibt für verschiedene Stoffe ein optimales Level. Diese werden meist durch eine gesunde Ernährung erreicht. Liegen die Werte aber darüber oder darunter, dann wird es riskant."

Berliner Ärzteblatt 25.02.2014/ Quelle: JNCI J Natl Cancer Inst (2014)

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