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Therapievergleich: Operation oder Strahlen bei Prostatakrebs

Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 63000 Männer an Prostatakrebs. Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium erkannt, ist die Heilungschance groß. Allerdings gibt es zur Behandlung zwei unterschiedliche Verfahren: die Operation und die Strahlentherapie. Eine Studie gibt nun Hinweise, welche Behandlungsmethode die Lebensqualität der Betroffenen besser erhält.

Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) macht Hoffnung: "Prostatakrebs ist heilbar, und betroffene Männer haben nach der Diagnose eine Lebenserwartung von 15 Jahren oder länger." Die Chancen sind laut Gesellschaft umso besser, je früher eine Behandlung stattfindet. Um die Lebensqualität so hoch wie nur möglich zu erhalten, bekommt der Entscheidung für die Therapie eine wichtige Funktion: Denn durch den Eingriff kann die körperliche Funktion der Blase, des Darms sowie die Potenz gestört werden.

Untersucht wurden 1655 Männer bei denen im Alter von 55 und 74 Jahren Prostatakrebs diagnostiziert worden war. 1164 Männer unterzogen sich einer Operation, der Rest einer Strahlentherapie. Bei denjenigen, die eine Operation hinter sich brachten, wurde in Kontrolluntersuchungen nach zwei und fünf Jahren viel häufiger Harninkontinenz und erektile Dysfunktion (Potenzprobleme) im Vergleich zu denen festgestellt, die eine Strahlentherapie erhalten hatten. Allerdings hatten Männer mit Operation nach zwei und fünf Jahren weniger unter Störungen der Darmfunktion zu leiden. Die Gefahr des Strahlentherapie ist es offensichtlich, dass die Strahlung die an die Prostata angrenzende Darmschleimhaut schädigen kann. Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck, sagt dazu: „Hier zeigt die Erfahrung jedoch, dass Patienten mit einer zuvor guten Darmfunktion nach der Radiotherapie seltener Probleme bekommen.“

Bei der dritten Nachuntersuchung nach 15 Jahren gab es aber bei den Patienten bei allen drei Symptomen so gut wie keine Unterschiede mehr gab. Das, so sagen Ärzte, ist vermutlich auch eine Folge des dann hohen Alters der Betroffenen. Einschränkungen werden von vielen, die dann 80 Jahre alt waren, nicht mehr als Problem angesehen - das gilt vor allem für die Potenzstörungen.

Dunst beurteilt das so: „Die Studie zeigt, dass insbesondere ältere Patienten, die bislang keine Probleme mit Inkontinenz, Potenz und Darmfunktion hatten, von der Strahlentherapie profitieren. Innerhalb der ersten Jahre haben sie deutliche Vorteile gegenüber operierten Patienten und danach auch keine wesentlichen Nachteile.“ , folgert Dunst. Noch deutlicher für die Strahlentherapie votiert Professor Dr. med. Thomas Wiegel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Ulm: „Viele Patienten erholen sich in den ersten Jahren nach der Operation von der Harnwegsinkontinenz. Sie erreichen aber auch nach 15 Jahren nicht die Lebensqualität von Patienten nach Strahlentherapie.“

Berliner Ärzteblatt 12.03.2013/ Quelle:  N Engl J Med. 2013

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