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Deutscher Katalog der VitaminShop Direct: 230 Vitalstoff-Präparate auf 72 Seiten
Urologen warnen: "Wunderpräparate" gefährden Gesundheit

Die Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) warnt vor so genannten "Wissenschaftlern", die für Präparate zum Prostataschutz und zur Potenzsteigerung im Versandhandel werben. Die angeblichen Wunderpräparate gefährden die Gesundheit.

Vor allem ein "Dr. Zimmermann" und ein "Dr. Weissenberg" stellen sich als wundersame Heiler dar und überschwemmen bundesweit Männer mit Schreiben, in denen sie vor den "Schulmedizinern" warnen und ein beschwerdefreies Leben versprechen, das der Kauf ihrer Präparate über den VitaminShop Direct Inc. garantieren soll. In diesen Schreiben werden Patientenängste geschürt. "Schützen Sie Ihre Manneskraft und Würde, indem Sie alles tun, um eine Operation zu vermeiden. Sie würden sich verstümmeln und erniedrigen lassen", heißt. Und: "Hüten Sie sich vor allem, was Schulmediziner bei Prostatabeschwerden empfehlen! Arzneimittel und Operationen können Sie zu einem Leben in Windeln und Impotenz verdammen!"

"Eine derartige Darstellung ist nicht nur falsch, sondern in höchstem Maße verzerrend", betont Professor Dr. Wolfgang Weidner. Scharlatane und Geschäftemacher, die auf diese Weise Männer vom Gang zum Arzt oder von notwendigen Behandlungen abhielten, riskierten das Leben von Patienten mit Prostatabeschwerden. Durch eine ärztliche Untersuchung kann festgestellt werden, ob es sich um eine gutartige Prostatavergrößerung handele, und welche Therapie in Frage kommt.

"Die genannten Herren erwecken in ihren Schreiben den Eindruck, als seien sie verantwortungsbewusste Ärzte, tatsächlich aber sind sie keine Ärzte; sie sind verantwortungslose Abzocker, die an das Geld gutgläubiger Männer wollen. Wir warnen dringend vor solchen unseriösen Angeboten", erklärt Dr. Klaus Schalkhäuser, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen.

Auch die in dem Anschreiben aufgeführten Hinweise zur positiven Wirkung etwa von Tomaten-Carotinoiden, bei der Entwicklung eines Prostatakrebses, seien zwar geschickt gemacht, aber in dieser Darstellungsweise irreführend, so Weidner: "Neue diätetische Ansätze zur Beeinflussung des Prostatakrebses und auch der Therapie werden experimentell, klinisch und epidemiologisch erforscht. Noch ist nicht bewiesen, dass Vitamine und Nahrungsergänzungsstoffe einen positiven Einfluss haben und das Risiko für den Einzelnen, an Prostatakrebs zu erkranken, verringern."

Auch bei der Werbung für ein pflanzliches Potenzmittel, das sogar 85-Jährigen zu dauerhaftem Sex verhelfe, handelt es sich nach Ansicht von DGU und BDU um ein unseriöses Angebot. Sie appellieren deshalb an alle Männer: "Gehen Sie zur Krebsvorsorge und bei Prostata- oder Potenzbeschwerden zu einem Arzt Ihres Vertrauens."

WANC 23.09.04
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