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Osteoporose: Alltägliche Bewegungsabläufe werden zur Kraftanstrengung (Foto: Hermera)
Gar nicht so selten: Osteoporose des Mannes

Osteoporose befällt auch Männer. Besonders häufig äußert sich die Erkrankung der Knochen in Brüchen der Hüfte. Allerdings verkennen häufig sowohl die Betroffenen wie die Ärzte die Ursache. Dabei könnte Osteoporose, wenn sie früh genug erkannt wird, behandelt werden.

"Nicht mal anziehen kann ich mich alleine. Bei jeder Kleinigkeit muss mir meine Frau helfen." So wie dem 69-jährigen Paul Petersen geht es vielen Männern mit Osteoporose. Aufgrund der Knochenkrankheit gelingen selbst alltägliche Bewegungsabläufe nicht mehr oder sind nur noch unter größter Kraftanstrengung möglich. Zudem befürchtet Petersen wie alle Osteoporose-Patienten den Verlust seiner Selbstständigkeit und leidet unter Angst und Unsicherheit. Die oft qualvollen Schmerzen tun ein Übriges, um ihn verzweifeln zu lassen.

Osteoporose ist eine chronische Skelett-Erkrankung. Sie stellt die häufigste Stoffwechselerkrankung des Knochens dar. "In Deutschland leidet etwa eine halbe bis eine Million Männer unter Osteoporose - die Erkrankung ist somit wesentlich häufiger als allgemein vermutet", sagt Privatdozent Dr. Peymann Hadji von der Marburger Universitätsklinik. Genaue Zahlen fehlen allerdings, weil es kaum systematische Untersuchungen gibt. "Da muss sich unbedingt was tun", erklärt der Osteoporose-Experte. Für Männer ist beispielsweise das Risiko höher, eine durch Osteoporose ausgelöste Hüftfraktur zu erleiden als an Prostatakrebs zu erkranken.

Um Osteoporose zu behandeln, kommen so genannte Bisphosphonate zum Einsatz. Das sind Medikamente, die die Knochenmineralisation fördern und dadurch den Abbau von Knochensubstanz hemmen. Gemäß den Leitlinien des Dachverbands Osteologie (DVO) konnte für die Bisphosphonate Alendronat und Risedronat sowie für das SERM Raloxifen der höchste Empfehlungsgrad A ausgesprochen werden. Bei der Behandlung der Osteoporose des Mannes ist bislang allerdings einzig das Bisphosphonat Alenodronat zugelassen. Die positive Wirkung des Medikaments tritt vergleichsweise schnell auf: So belegt die Studie "Fracture Intervention Trial" (FIT), dass bereits nach nur einjähriger Einnahme das Risiko schmerzhafter Wirbelfrakturen um 59 Prozent sinkt.

Zieht sich allerdings ein Mann einen Knochenbruch zu, denken weder die Betroffenen noch die Mehrzahl der Mediziner an Osteoporose - mit den Folgen, dass die tückische Knochenkrankheit oft unbehandelt fortschreitet. Wer sicher gehen will, sollte einen Facharzt für Endokrinologie aufsuchen.

WANC 04.03.04/dgk
Die erste Osteoporose-Selbsthilfegruppe für Männer wurde 2002 in Witten/Herdecke gegründet. Wer Interesse hat, kann sich an den Gruppenleiter Dieter Debus wenden: Selbsthilfegruppe Witten, Dieter Debus, Bommerholzerstr. 22, 58452 Witten, Telefon und Fax: 0 23 02 / 3 20 55

Osteoporose vorbeugen

Kalzium und Vitamin D bremsen Knochenabbau

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