Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

obs/Lilly Deutschland GmbH
Die Zahl der impotenten Männer ist laut einer Auswertung um 13 Prozent gestiegen (Foto: obs/Lilly Deutschland GmbH)
Impotenz bei Männern nimmt zu

Der Arzt umschreibt das Problem mit Erektile Dysfunktion. Gemeint sind Erektionsstörungen. Jeder fünfte Mann in Deutschland soll mindestens einmal im Leben die Erfahrung gemacht haben, dass die Erketion ausbleibt. Nach neueren Zahlen nimmt diese Zahl sogar zu. Als Hauptgrund für Impotenz werden psychische Faktoren genannt. Andere Studien behaupten allerdings, dass es viel häufiger eine Kombination aus seelischen wie organischen Problemen ist, die ein erfülltes Sexualleben verhindern.

Sexuelle Funktionsstörungen – ob bei Männern oder Frauen – sind keine Seltenheit. Eine Auswertung der Versichertendaten der KKH-Allianz hat ergeben, dass die Zahl der impotenten Männer je 100.000 Versicherte zwischen 2006 und 2009 um 13 Prozent gestiegen ist. Urologen sagen, dass eine Erektionsstörung mit zunehmendem Alter häufiger anzutreffen ist. Während etwa 1 bis 2% der 40jährigen betroffen sind, steigt die Zahl bei den 65jährigen auf ca. 15 bis 20%.

Bei fast neun von zehn Männern ist die Erektionsstörung auf psychische Faktoren zurückzuführen. Außerdem wirken sich Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum negativ auf die Potenz der deutschen Männer aus. Nur bei einem geringen Anteil war die Ursache organisch bedingt oder Folge einer Krankheit. Dazu gibt es allerdings auch andere Aussagen. So gibt es Studien, die bei etwa 20 Prozent der Fälle psychische Faktoren wie Partnerschaftsprobleme, depressive Erkrankungen, Leistungsdruck, zu hohe Erwartungshaltung oder Versagensängste, Stress und Unerfahrenheit als Ursache ermittelten. 
Diese Erhebungen führen das Auftreten von Erektionsstörungen viel häufiger auf eine Kombination aus organischen und seelischen Ursachen zurück.

Allerdings betonen Urologen, dass organische Gründe für Impotenz mit zunehmenden Alter häufiger werden. Da sind beispielsweise sogenannte arteriosklerotische Veränderungen – Ablagerungen an den Wänden der Blutgefäße, die zu Verengungen und mangelhafter Durchblutung führen. "Verkalken“die Gefäße im Penis, kann er sich nicht mehr optimal mit Blut füllen und erigieren. 
Solche Gefäßveränderungen entstehen im Gefolge anderer Erkrankungen wie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit sowie dem Rauchen.

35 bis 75 Prozent der Männer mit Diabetes mellitus leiden an Erektionsstörungen. Etwa die Hälfte entwickelt diese innerhalb der ersten zehn Jahre der Erkrankung. Bei rund 12 Prozent der Betroffenen ist die Erektionsstörung das erste Anzeichen für eine Zuckerkrankheit. Auch viele Medikamente können Erektionsstörungen mit sich bringen: Betablocker, Beruhigungsmittel oder Mittel gegen epileptische Erkrankungen gehören dazu

Es handelt sich jedoch nicht nur um ein reines Männer-Problem, wenn es in deutschen Betten mal nicht so läuft. Auch körperliche Störungen bei Frauen können der Auslöser für Liebesfrust sein. Die Tendenz ist hier allerdings rückläufig. Die Zahl der betroffenen Frauen, die beispielsweise unter mangelndem sexuellen Verlangen, Störungen der sexuellen Erregbarkeit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr litten, ist zwischen 2006 und 2009 um 15 Prozent gesunken. Ingesamt wurden im vergangenen Jahr fast 29.000 bei der KKH-Allianz versicherte Männer und Frauen aufgrund der Diagnose „sexuelle Funktionsstörungen“ ambulant behandelt. Der Frauen-Anteil betrug 25 Prozent.

Die Dunkelziffer dürfte allerdings um ein Vielfaches höher liegen, mutmaßt die Krankenkassen, denn viele Betroffene scheuen den Gang zum Arzt. Über diese intimen Dinge zu sprechen, fällt vielen Menschen schwer. Dabei gibt es effektive Behandlungsmethoden, die von den Krankenkassen bezahlt werden – etwa eine Vakuumpumpe bei Impotenz oder unter bestimmten Voraussetzungen Psychotherapie. Nur wer sich einem Arzt anvertraut, kann auch Hilfe und Unterstützung erfahren. Zudem können sexuelle Funktionsstörungen Vorboten schwerer Erkrankungen sein und sollten deshalb medizinisch abgeklärt werden.

WANC 08.11.10, Quelle: KKH-Allianz, urologenportal.de, diabetes.news

Welche Ursache haben Erektionsstörungen beim jungen Mann meistens?

Welche Medikamente können zu Erektionsstörungen führen?

Welche Untersuchungen nimmt der Arzt bei der Abklärung von Erektionsstörungen vor?

Auf welche Weise wirken selektive Phosphodiesterasehemmer gegen Erektionsstörungen?

Können Erektionsstörungen Vorboten einer Herzerkrankung sein?

 
Seite versenden  
Seite drucken