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Warum bei Übergewicht die Blutzuckersenkung oft nicht klappt

Ein hoher Blutzucker und Typ-2-Diabetes haben etwas mit Übergewicht zu tun. Vor allem ist der Mechanismus gestört, wie Insulin die Verarbeitung des Zuckers steuert. Wissenschaftler haben heraus gefunden, dass es anscheinend nicht daran fehlt, dass der Zucker umgewandelt wird. Vielmehr gelingt es nicht, diese Energie in die Zellen zu leiten.

Neue Einsichten über deren Veränderungen bei Übergewicht und Diabetes erbrachte jetzt eine jüngst veröffentlichte Studie an der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit der Universität Odense, Dänemark. Professor Dr. med. Harald Klein, Direktor der Medizinischen Klinik I am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil, und seine Forscherkollegen führten eine sogenannte „Proteomanalyse“ durch.

Ein wichtiger Mechanismus der Blutzuckersenkung besteht darin, dass Insulin die Aufnahme des Zuckers in den Muskeln steigert und so dem Blut entzieht. Dieser Mechanismus ist bei Übergewicht, und noch mehr bei Typ-2-Diabetes, gestört. Übergewichtige gleichen dies durch höhere Insulinspiegel aus. Können die Insulinspiegel nicht entsprechend gesteigert werden, steigt der Blutzucker, und damit  entsteht ein Typ-2-Diabetes.

Es gibt auch verschiedene Erklärungsversuche,warum Übergewichtigen die Wirksamkeit des Insulins (Insulinresistenz) vermindert ist. Eine Forschergruppe hat nun beim Vergleich von zehn Menschen mit Typ-2-Diabetes mit elf Übergewichtigen und zehn schlanken Menschen Überraschendes vorgefunden: im Muskel der Patienten mit Diabetes und der Übergewichtigen kamen vermehrt Enzyme vor, die den Zucker in Zwischenprodukte abbauen. Es fehlte aber an Enzymen, die in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Muskelzellen, aus diesen Zwischenprodukten Energie für die Zellen gewinnen. Dies könnte zu einer Anhäufung der Zwischenprodukte beitragen, die dann vermehrt zu Fett umgebaut werden. Fetteinlagerungen im Muskel und in anderen Organen wie der Leber werden bei Patienten mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes gefunden und hängen in hohem Maße mit der gestörten Insulinwirkung zusammen.

Vor allem war die Verteilung der Myosin-Eiweiße war verändert. Diese bewegen unter Einsatz des „Kraftstoffs“ ATP die Muskeln. Der Anteil der langsam reagierenden Myosine hatte sich hin zu den schnell reagierenden verschoben. Schließlich wurden auch Veränderungen bei Proteinen gefunden, bei denen man bisher überhaupt keinen Zusammenhang mit Übergewicht oder Diabetes kannte. Für Übergewichtige und Diabetiker können sich daraus vollkommen neue Behandlungsansätze entwickeln.

wanc 14.06.2012/ Quelle: Diabetologia 2012; 55: 1114–1127
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