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Cholesterinsenker erhöhen Risiko für Diabetes nicht alle in gleichem Maße

Sie nennen sich Statine und sollen das schädliche Cholesterin im Blut vermindern. Blutfette sind vor allem gefährlich für Herz und Kreislauf, sie können z.B. das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall drastisch erhöhen. Allerdings sind diese Medikamente nicht ohne Nebenwirkungen. So haben Mediziner beobachtet, dass Statine das Risiko steigern, an Diabetes zu erkranken. Allerdings: Anscheinend sind nicht alle Statine gleich gefährlich.

Es gibt verschiedene Statine: z.B. Atorvastatin, Fluvastatin Lovastatin Pravastatin, Simvastatin, Pitavastatin oder Rosuvastatin. Diese Wirkstoffe sollen verhindern, dass Zellen Cholesterin aus dem Blut aufnehmen. Studien zur Folge schaffen sie das recht erfolgreich: Die Cholesterin-Konzentration sank um 30 bis 40%. Doch die Medikamente haben verschiedene Nebenwirkungen: Muskelschmerzen und -zerfall, Nieren- und Leberschäden, Rhabdomyolyse (Lähmung der Gliedmaßen, Verschlechterung der Gedächtnisleistung, erhöhte Aggressivität und Reizbarkeit, Kopfschmerz, Übelkeit, Magen-Darm-Probleme, Schlafstörungen, Lichtempfindlichkeit und Haarausfall. Vor einigen Jahren wurden dann Untersuchungen veröffentlicht, die einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Statinen und dem Entstehen von Diabetes belegten.

In einer in Kanada durchgeführten Studie wurden nun die Daten von 471.250 in der Provinz Ontario lebenden Patienten im Alter von 66 Jahren und älter ausgewertet, die während 1997 und 2010 mit einer Statintherapie begonnen hatten. Dabei stellte sich heraus, dass einige Stadien anscheinend eher zu Diabetes führen als andere. Das Risiko für eine Diabeteserkrankung war am höchsten bei Atorvastatin und Rosuvastatin gefolgt von Simvastatin. Am niedrigsten war es bei Fluvastatin, Lovastatin und Pravastatin.

Um das Risikopotential zu verdeutlichen, wählten die Wissenschaftler als Vergleichstherapie Pravastatin, weil dieser Wirkstoff das Diabetesrisiko sogar senken soll. Im Vergleich stieg das die Wahrscheinlichkeit für Diabetes unter Atorvastatin um 22%, unter Rosuvastatin um 18% und unter Simvastatin um 10%. Bei Fluvastatin und Lovastatin zeigte sich dagegen im Vergleich kein erhöhtes Diabetesrisiko.

Die Wissenschaftler raten Ärzten nun, diese Ergebnisse bei ihrer Therapieentscheidung zu berücksichtigen. Betroffene Patienten mahnen sie, nicht zu vergessen, dass trotz aller Risiken auch für das Entstehen von Diabetes der Nutzen der Statine viel höher zu bewerten ist. Denn sie würden gefährliche Herz-Kreislauf-Probleme reduzieren.

Berliner Ärzteblatt 27.05.2013/ Quelle: BMJ 2013
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