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Übergewicht: Wie braunes Fett zum Abnehmen genutzt werden soll

Körperfett ist nicht gleich Körperfett. Bei uns Menschen sammeln sich verschiedene Arten von Fettgewebe - das weiße, das beige und das braune -, die im Stoffwechsel auch unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Warum diese Unterscheidung so wichtig ist? Wenn man die drei Arten unterscheiden kann, dann eröffnen sich neue Behandlungschancen für Adipositas und damit neue Hoffnungen für stark Übergewichtige. Und das ist gar nicht mehr unrealistisch, denn inzwischen haben Forscher Oberflächenproteine identifiziert, mit denen man das verschiedene Fettgewebe identifizieren kann.

Menschen mit Adipositas leiden. Das starke Übergewicht erschwert jede Situation des Lebens und oft gibt es keine Aussicht, die Fettleibigkeit erfolgreich zu bekämpfen. Adipositas ist eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit, die  in der Regel durch Überernährung und Bewegungsmangel verursacht und durch genetische Faktoren begünstigt wird. Meist sind die Patienten auch von Typ-2-Diabetes betroffen.

Auf einige Behandlungsansätze wie Ernährungsumstellung, mehr Bewegung oder auch Medikamente - sogenannte Fettblocker - sprechen manche Patienten nicht an, andere Maßnahmen - wie chirurgische Eingriffe zu Verkleinerung des Magenvolumens - führen zwar zum Ziel, oft aber um den Preis nicht zu unterschätzender Nebenwirkungen und Gefahren.
Die Kenntnisse von den unterschiedlichen Fettgeweben und deren Funktionen könnte nun helfen, eine neue Behandlungsmethode für Fettleibige und Diabetiker zu finden. So nimmt das weiße Fettgewebe den mit Abstand größten Anteil ein, es dient in erster Linie als Energiedepot. Die braunen Fettzellen hingegen erzeugen direkt Wärme aus dem gespeicherten Fett. Sie finden sich im erwachsenen menschlichen Körper nur an wenigen Stellen, kommen jedoch bei Säuglingen vermehrt vor. Zusätzlich kennt man noch beige Fettzellen, die eigentlich eine besondere Art brauner Fettzellen sind. Sie entstehen innerhalb des weißen Fettgewebes vor allem bei Kälteeinfluss.

„Durch seine Funktion als Wärmekraftwerk des Körpers besitzt das braune Fettgewebe die Funktion, große Mengen an Energie, welche ansonsten im weißen Fettgewebe gespeichert werden, zu verbrennen“, sagt Dr. Siegfried Ussar vom Institut für Diabetes und Adipositas (IDO) am Helmholtz Zentrum München. Damit kennzeichnet er das Ziel der Medizin das braune Fettgewebe dazu einzusetzen, Fett zu verbrennen und diesen Prozess möglicherweise durch Medikamente in Gang zu setzen.


Die Menge an braunem Fettgewebe ist individuell sehr verschieden. Mit den jetzt entdeckten Oberflächenproteinen lassen sich die unterschiedlichen Fettgewebe aber nicht nur identifizieren, sie ermöglichen es auch, Wirkstoffe gezielt in das braune Fettgewebe zu bringen, indem man sie an diese Proteine ankoppeln lässt. Damit könnte man es schaffen,  Übergewicht zu verringern, ohne zwingend die Kalorienzufuhr zu reduzieren. Und das Ganze hat einen weiteren Vorteil: Drohende Nebenwirkungen lassen sich fast komplett ausschalten.

Bis es allerdings spezielle Wirkstoffe gibt, wird es wohl noch einen Moment dauern. Denn die Wirkweise und die Verträglichkeit  muss erst noch in Studie nachgewiesen werden.  


Berliner Ärzteblatt 04.08.2014/ Quelle: Sci Transl Med

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