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Kann Chrom den Blutzucker senken? Nein.

In manchen Publikationen liest es sich euphorisch: Chrom schützt vor Diabetes. Sogar als "Zaubermittel" wird es gehandelt, weil das Spurenelement das Insulin und damit den Blutzuckerspiegel so regulieren könne, dass man von Diabetes mellitus verschont bleibe. Doch nun hat die Universität von Miami die Daten von annähernd 30 Jahren ausgewertet. Das Ergebnis: Chrom ist nicht effektiv dabei, den Blutzuckerspiegel bei Gesunden oder Diabetikern zu senken.

Beobachtet wurden insgesamt 809 Menschen im Alter von 36 bis 67 Jahren. Alle diese Personen nahmen Chrom-Nahrungsergänzungsmittel ein - und zwar in einer Menge von 200 bis 1000 Mikrogramm am Tag. Das Spurenelement Chrom ist wichtig für unsere Gesundheit, daran besteht kein Zweifel. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schätzt den Tagesbedarf auf 30 bis 100 Mikrogramm. Andere - vor allem US-Mediziner - empfehlen höhere Mengen, zwischen 200 und 300 Mikrogramm/täglich.

Bei einer Mangelversorgung drohen Diabetes, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Hypoglykämie, Schlaganfall, Übergewicht und Probleme beim Fettstoffwechsel, warnen Mediziner. Chrommangel kann durch Stress, Schwangerschaft, Infektionen, Alter und sportliche Überanstrengungen entstehen. Dagegen hilft natürlich das Einnehmen von Nahrungsergänzungsmitteln, versprechen die Hersteller. Allerdings gibt es auch Nahrungsmittel, die chromhaltig sind: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Weizenkeime, Bierhefe, Käse, Innereien, Schalentiere (Austern), Pilze, rote Johannisbeeren, Preiselbeeren, Nüsse, tropische Früchte, Pfeffer und brauner Zucker.

Ob allerdings die Chrom-Nahrungsergänzung sinnvoll und hilfreich ist, dürfte man inzwischen mit ganz vielen und ganz großen Fragezeichen versehen. Denn Dr. Christopher H. Baily kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass die Chrom-Supplementation keinen Effekt auf Zuckerstoffwechsel hat. Das bedeutet, dass Chrom weder bei Diabetikern noch bei Gesunden dabei hilft, den Blutzuckerspiegel zu senken. Zumindest war die Auswirkung mit 2% so gering, dass sie von den Wissenschaftlern als unbedeutend eingestuft wird.

Warum es überhaupt zu der Einschätzung gekommen ist, Chrom könnten den Blutzuckerspiegel senken, führt Baily darauf zurück, dass die Methoden der bisherigen Studien zu falschen Ergebnissen und Fehleinschätzungen geführt hätten. Außerdem könnten die positiven Ergebnisse durch den Einfluss anderer Maßnahmen - beispielsweise durch gleichzeitige sportliche Betätigung - zu hoch ausgefallen oder verfälscht worden sein.


Berliner Ärzteblatt 14.04.2014/ Quelle: Biological Trace Element Research

 
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