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Diabetes wird meist von anderen Erkrankungen begleitet

Wer an Diabetes mellitus leidet, der trägt ein erhöhtes Risiko für bestimmte Begleiterkrankungen. Die Liste reicht von Schilddrüsenerkrankungen und Zöliakie über Schlafprobleme bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.



Häufig haben Diabetiker beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen. So leiden 13 bis 20 Prozent an Hashimoto Thyreoiditis (gegenüber 3 bis 6 Prozent der Normalbevölkerung) und 6 bis 10 Prozent an Morbus Basedow mit der Folge einer Schilddrüsenüberfunktion (gegenüber 0,1 bis 2 Prozent der Normalbevölkerung). Hashimoto birgt für Diabetiker die Gefahr einer Hypoglykämie beziehungsweise eines Unterzuckers, weil unter anderem die Leber vermindert Glukose produziert. Morbus Basedow erhöht das Risiko einer Hyperglykämie beziehungsweise eines erhöhten Blutzuckerspiegels. Auch das bei der Behandlung von Typ 2 Diabetes häufig verschriebene Metformin beeinflusst die Schilddrüsenfunktion.


5 bis 7 Prozent der Typ 1 Diabetiker zusätzlich an Zöliakie (Glutenunverträglichkeit). Ist die Zöliakie durch Nachweis einer Darmzottenschädigung nachgewiesen, bessert eine glutenfreie Diät Beschwerden und verhindert Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel eine Osteoporose oder eine eingeschränkte Fruchtbarkeit.



Auch Schlafmangel und Diabetes hängen zusammen. Bereits vier Nächte hintereinander mit einem verkürzten Schlaf von 4 ½ Stunden statt einem Durchschnittsschlaf von 7 Stunden erhöhten nachweislich die Insulinresistenz im Fettgewebe, die charakteristisch für Typ 2 Diabetes ist. 



Mit Typ 2 Diabetes treten häufig vaskuläre Erkrankungen auf: Zweidrittel dieser Risikogruppe versterben an Erkrankungen des Gefäßsystems. Erhöht ist das Risiko für Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Schlaganfall.  



Frauen mit polyzystischen Ovarien (Polyzystische Ovar-Syndrom - PCO-Syndrom)haben ein Diabetesrisiko von 7,5 Prozent. 10 bis 30 Prozent entwickeln während der Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes. Da das orale Antidiabetikum Metformin nicht nur auf den Blutzucker, sondern in Kombination mit Clomiphen auch auf den Eisprung Einfluss hat, wird es bei der Kinderwunschbehandlung als Folge eines PCO-Syndroms häufig verschrieben.

Wissenschaftlich aber noch nicht geklärt ist, ob und wie lange Metformin nach Feststellung einer Schwangerschaft gegeben werden sollte. 

Mittlerweile stehen neue Wirkstoffe zur Therapie von Typ 2 Diabetes zur Verfügung. Als neues Therapiekonzept gilt die Einleitung einer Glukosurie, das heißt die erhöhte Ausscheidung von Glukose über die Niere mittels SGLT-2-Hemmung (Sodium Glukose Transporter-2) durch Wirkstoffe wie Dapagliflozin und Canagliflozin.


Bei Patienten mit Typ-1-Diabetes sollen die regulatorischen T-Zellen des Immunsystems neu generiert werden. Eine Möglichkeit ist die Stimulation des Immunsystems mit dem Antigen Insulin, das in der Regel die Autoimmunreaktion auslöst. Über die Schleimhäute aufgenommen, trainiert Insulin aber auch das Immunsystem, ohne den Blutzuckerspiegel zu beeinflussen. Als  „toleranzinduzierende Impfung“ soll das als Prävention für Personen mit erhöhtem Typ 1 Diabetes Risiko dienen. Es gibt Forschungen an einer Variante des Insulins, mit der regulatorische T-Zellen noch zahlreicher wieder hergestellt werden können als beim natürlichen Insulin-Peptid.

Zukünftig soll mittels eines Bluttests die Erkrankungswahrscheinlichkeit von Diabetes mellitus Typ 1 mit einer Bandbreite von weniger als 10 Prozent innerhalb von 10 Jahren bis zu über 90 Prozent innerhalb von 5 Jahren vorhergesagt und das Stadium des Prä-Typ 1 Diabetes sicher diagnostiziert werden können.

Berliner Ärzteblatt 06.12.2013/ Quelle: Institut für Diabetesforschung (IDF), Helmholtz Zentrum München

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