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Versorgung von Diabetikern: Wirklich auf einem guten Weg?

Diabetologen sagen, dass die Diabetesversorgung in Deutschland auf einem guten Weg sei. Und lobt sich selbst, dass man in den vergangenen Jahren schon viel erreicht habe. Vor allem hätten sich seit 2002 sich die Behandlungsstrukturen stark verändert: durch die Einführung der bundesweiten Diabetes-Disease Management Programme (DMP). Ob das allerdings wirklich so ist, daran gibt es Zweifel.

Gerade über die Einführung der DMP können sich Hausärzte und Diabetologen freuen. Der Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN) stellt fest, dass an den DMP für Diabetes mellitus Typ 2 bundesweit über 3,5 Millionen Menschen und ca. 70 bis 80 Prozent aller Hausarzt-Praxen teilnehmen. Das soll den Betroffenen zwar eine bessere Versorgung sichern, doch vor allem sichert es den Ärzte schöne Einnahmen. Denn die Programme versorgen die Ärzte mit gesicherten Honoraren, die durch  spezielle Versorgungsverträge noch verbessert werden.

Diabetes bleibt oft unentdeckt
Dennoch kann die gelobte Versorgung nicht alles richten. So existieren etwa 2 Millionen noch nicht diagnostizierter Diabetesfälle sowie zusätzliche 2 bis 4 Millionen Menschen, die bereits an einer Vorstufe des Diabetes erkrankt, aber ebenfalls noch nicht diagnostiziert sind. Viele Menschen wüssten einfach nichts von ihrer Erkrankung, deshalb müssten Informationen und Bewusstsein für Diabetes verbessert werden, sagt der Berufsverband.  Ob das wirklich nur an den Patienten liegt?

Der Fluch der Folgeerkrankungen
Diabetiker sterben meist nicht am erhöhten Blutzucker, sondern an den Folgeerkrankungen, zu denen neben Herzinfarkten vor allem Nierenleiden, aber auch Amputationen und Augenerkrankungen zählen. Durch diese Folgeerkrankungen verkürzt sich das Leben von Typ-2-Diabetes-Patienten im Durchschnitt um ca. acht Jahre. Dagegen könne nicht nur die Therapie helfen, auch die Patienten müssten mithelfen, sagt der BdSN. Die Betroffenen müssten Ihr Essen gezielt auswählen und in der Wirkung auf den Blutzucker abschätzen, sich mehr bewegen, ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, ihre Blutzuckerwerte selber messen und ggf. Insulin selbständig dosieren. Auch deshalb sieht der Berufsverband DMP als notwenig an, um den Patienten umfassen betreuen zu können.

Wie gut sind DMP wirklich?
Ob die DMP das aber leisten können, ist zumindest umstritten. Es gibt mittlerweile mehrere Studien zur der Wirkung von DMP bei Diabetes-Patienten. Und die widersprechen sich. In einigen zeigte sich, dass sich die Patienten besser versorgt fühlten. Doch die Behandlungsergebnisse sind meist nicht besser, als ohne DMP. Die Behandlungskosten allerdings sind fast immer höher. Die Technische Universität Dresden hat eine Versorgungsstudie (DETECT) an 55000 Diabetikern in Deutschland durchgeführt. Darin stellte sie fest, dass beispielsweise die Stoffwechseleinstellung in den DMP nicht besonders gut gelingt: Den HbA1c-Zielwert wird von 40% übertroffen, jeder sechste Patient hat eine sehr schlechte Stoffwechseleinstellung. Die Studie urteilt: Die Komplexität der Komorbiditätsmuster lässt es fraglich erscheinen ob die vielfältigen DMP’s tatsächlich zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität beitragen können.

15.11.2011/ Quelle: Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN), Prävalenz und Versorgung von Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: DETECT - eine bundesweite Versorgungsstudie an über 55.000 Hausarztpatienten, TU Dresden
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