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Übergewichtige Menschen bekommen häufiger Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme
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Adipositas: Wenn Fett die Gesundheit ruiniert
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Übergewicht
und Adipositas steigern das Risiko Diabetes zu bekommen um das 10 bis
80fache und unter einer Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden um das
Dreifache.
Bei Adipositas (Fettleibigkeit) wachsen
Fettspeicher und damit das Fettgewebe des Körpers. Häufigkeit und
Schweregrad von Begleiterkrankungen hängen vom Ausmaß und der Dauer des
Übergewichts ab. "Auffällig ist vor allem die enge Beziehung zwischen
Körperfett und Diabetesrisiko," sagt Prof. Hans Hauner,
Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
"Das Diabetesrisiko bei Fettleibigen ist um das 10 bis 80fache höher
als bei schlanken Personen, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen
um ein Dreifaches."
Eine
Zunahme der Fettspeicher beruht entweder auf einer Vergrößerung
(Hypertrophie) der Zellen oder einer Kombination aus Hypertrophie und
Vermehrung der Fettzellzahl. Mit jeder Gewichtszunahme kommt es
zunächst zu einer Größenzunahme der vorhandenen Fettzellen. Erreichen
diese eine kritische Zellgröße, kommt es über bislang unbekannte
Signale zur Neubildung von Fettzellen aus speziellen Vorläuferzellen.
Die Veränderung der Fettzellgröße scheint auch die Funktion des
Fettgewebes zu beeinflussen.
In
den letzten Jahren hat sich die Vorstellung vom relativ trägen
Fettgewebe dramatisch verändert. Vor etwa 10 Jahren wurde bekannt, dass
Fettzellen den Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-a) herstellen und dass
dessen Sekretion bei Adipositas erhöht ist. Zu dieser Zeit wurde auch
das Fettzellhormon Leptin entdeckt. Leptin wird ausschließlich von
Fettzellen gebildet und meldet den übergeordneten Zentren der Hunger-
und Sättigungsregulation im Zwischenhirn (Hypothalamus) den
Füllungszustand der Fettdepots. In der Zwischenzeit wurden zahlreiche
weitere Faktoren - Proteine z. B. Adiponektin, Hormone wie Östrogen und
andere Moleküle - als Produkte des Fettgewebes identifiziert. Das
Fettgewebe wird heute als ein aktives Organ betrachtet.
Welche
physiologische Relevanz diese Sekretionsprodukte im Organismus haben
und ob sich durch die gestörte Sekretion solcher Faktoren die Vielzahl
unterschiedlicher Begleit- und Folgeerkrankungen bei Adipositas
erklären lässt, ist Gegenstand derzeitiger Forschung. Sofern sich dafür
Belege finden, eröffnet dies möglicherweise neue Optionen, um
Komplikationen der Adipositas zu vermeiden oder zielgenauer zu
therapieren.
WANC 13.10.04/DGE
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