Allergisch auf den Weihnachtsbaum? Das ist keine Ausrede, um nicht dekorieren zu müssen: Für viele Menschen ist es leider traurige Realität, dass sie auf das Harz des Baumes mit Juckreiz, Atmenot und Niesen reagieren.
“Weihnachten ist eine schwere Zeit für Allergiker”, erklärt DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. “Neben Nahrungsmitteln wie Nüsse, Obst oder Gewürze ist vor allem der Weihnachtsbaum für Allergiker ein Problem.” Viele Menschen leiden unter einer Harz-Allergie. Während es bei schwachen Formen ausreicht, den Baum nicht zu berühren, lösen bei manchen Menschen schon die ätherischen Öle Juckreiz, Atemnot und Niesattacken aus. “Hier hilft nur ein künstlicher Baum”, rät Pfarrer.
Aber auch für Menschen ohne Allergien birgt der Tannenbaum Gesundheitsgefahren. Die meisten der 25 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland werden gegen Unkraut und Schädlinge gespritzt. Manche werden außerdem mit Flammschutzmitteln behandelt. Neben den Schäden für die Umwelt haben diese Gifte auch schädliche Wirkungen auf empfindliche Menschen – vor allem auf Kinder. Deshalb empfehlen Gesundheits- und Umweltverbände heimische Bäume mit “Bio-Siegel”. Doch selbst Bio-Weihnachtsbäume sind für Allergiker nicht ungefährlich.
Auch der Schmuck ist oft schädlich. Lametta aus Blei – erkennbar an der Bezeichnung “Stanniol” – belastet die Umwelt und ist nach Weihnachten Sondermüll. Andere Lametta-Sorten setzen bei der Verbrennung krebserregende Stoffe frei. So genanntes “Engelshaar” besteht aus feinsten Glasfasern und kann Reizungen der Haut, Augen und Atemwege verursachen. Glitzersprays enthalten teilweise gesundheitsschädliche Lösungsmittel.
WANC 13.12.04