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Magenverkleinerung oder -bypass: Erhöhte Selbstmordgefahr

Es sind Operationen, die Menschen mit sehr starkem Übergewicht (Adipositas) dabei helfen sollen, Pfunde zu verlieren. Die in Fachkreisen bariatrische Chirurgie genannten Eingriffe, verkleinern den Magen und verkürzen die Verdauungsstrecke im Darm, so dass weniger gegessen gegessen und weniger Nährstoffe wie z.B. Kohlenhydrate, Proteine und Fette aufgenommen werden können. Doch was eigentlich der Gesundheit helfen soll, stellt sich bei manchen als große psychische Belastung heraus.

Schlank durch OP - für das Buch wird so geworben: Anfangs nur belächelt und nur von ganz wenigen Chirurgen in Deutschland praktiziert, hat sich die Adipositaschirurgie etabliert. Ständig verbesserte Operationsmethoden und Verfahren haben dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen sich mit dem Gedanken beschäftigen, mittels einer Operation ihr Gewicht in den Griff zu bekommen. Schön und gut. Immerhin fragt das Buch dann noch, für wen eine solche Maßnahme überhaupt in Frage kommt. 

Anscheinend stellen sich diese Frage zunehmend mehr Menschen mit Adipositas. Denn laut Untersuchungen hilft die Operation Patienten mit einem BMI oberhalb der 35 tatsächlich, was die Zahl der OPs ständig steigen lässt. Immerhin hatten zwei Jahre nach dem Eingriff die Patienten fast 35% ihres Körpergewichtes verloren. Sechs Jahre später lag das Mindergewicht immer noch bei 27,7%. Eine 2012 veröffentlichte Studie stellt dazu fest, dass eine solche Gewichtsreduzierung nur wenige Patienten ohne Operation schaffen. Hinzu kommt, dass sich mit Übergewicht oft einher gehende Krankheitsbilder wie Diabetes, Hypertonie und Dyslipidämie nicht einstellten oder besserten.

Es gibt allerdings ein ABER. Und dieses heißt Selbstmord. Schon 2012 wurde eine erhöhte psychische Belastung bis hin zum Suizid bei den Patienten mit Magenverkleinerung oder -bypass festgestellt. Jetzt haben Ärzte aus Toronto und Ontario (Kanada) 8815 Erwachsene beobachtet, die einen bariatrischen Eingriff hinter sich gebracht hatten. Dabei stellte sich heraus, dass die Zahl der selbst zu gefügten Verletzungen nach der Operation stark anstiegen. Zwar lag die Gefahr für einen Selbstmorde bei den adipösen Patienten schon vor der OP über dem Durchschnitt, erhöhte sich aber nach der OP noch einmal um 54%. 

Insgesamt wurden 111 derartige Fälle registriert. Eingesetzt wurden dabei neben Selbstverletzungen (bis hin zum Erhängen) vor allem eine Überdosis von Medikamenten und Alkoholmissbrauch, Die allermeisten der Opfer waren im übrigen schon über einen längeren Zeitraum mental erkrankt. 

Eine Erklärung für diese erhöhten Suizidraten suchen die Ärzte in möglichen hormonellen Veränderungen durch den Eingriff, die sich auf das psychische Befinden auswirken und es zusätzlich verschlechtern könnten. Außerdem könnte die OP vermehrt Stress und Ängstlichkeit hervor rufen, die dann in schweren Depressionen münden. Auf jeden Fall raten sie dazu, Patienten nach einer Adipositaschirurgie psychologisch zu betreuen.

15.10.2015/ Quelle: JAMA Surgery

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