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Rheumatoide Arthritis: Da kann die Seele Schaden nehmen

Rheumatoide Arthritis (RA) bedeutet schmerzende und angeschwollene Gelenke, Entzündungen und eingeschränkte Beweglichkeit. Doch oft leidet nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche unter der entzündlichen Krankheit: Depressionen und Angststörungen treten bei RA-Patienten deutlich häufiger auf als bei körperlich gesunden Menschen. Doch gerade das wird oft nicht oder erst spät diagnostiziert. 

Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wendet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper – neben den Gelenken können fast alle Gewebe und Organe betroffen sein. Bei der auch als Gelenkrheuma bezeichneten rheumatoiden Arthritis (RA) sind es Gelenkinnenhaut und Knorpelschicht der Gelenke, die angegriffen und in schmerzhaften Schüben zerstört wird. Dieser Prozess kann heute zwar mit hochwirksamen Medikamenten verlangsamt oder gar aufgehalten werden. „Über den körperlichen Beschwerden werden aber mögliche psychische Probleme häufig übersehen oder von Patient oder Arzt negiert“, sagt Prof. Dr. med. Hanns-Martin Lorenz, Leiter der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg. 

Wie häufig Rheuma-Betroffene auch an der Seele leiden, zeigt – nach vielen anderen Untersuchungen der letzten Jahre – auch eine aktuelle Studie aus China: Die Autoren um Dan Pu von der Xi´an Jiatong University diagnostizierten bei 62% ihrer RA-Patienten eine Depression, bei rund 60% eine Angststörung. „Psychische Leiden wie diese tragen erheblich zur Krankheitslast der Patienten bei und müssen daher dringend beachtet und behandelt werden“, warnt Lorenz. 

Die Diagnose sei etwa mithilfe standardisierter Fragebögen möglich, die die mit Depressionen assoziierten Symptome wie Schuldgefühle, Schlafstörungen oder Suizidgedanken erfassten und gewichteten. „Diese Erkrankungen gehören in psychiatrische Behandlung“, so der Experte. „Jeder Rheumatologe sollte sie aber prinzipiell mitdenken und bei Bedarf die Patienten an die betreffenden Kollegen überweisen.“

Die psychischen Symptome können eine Folge der chronischen Krankheit sein, sie können aber auch auf andere biologische Einflüsse zurückgehen. Die chinesischen Mediziner etwa stellen in ihrer Arbeit einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten depressiver Symptome und einem Mangel an Vitamin-D her: Je schlechter die Patienten mit Vitamin-D versorgt waren, desto ausgeprägter war die Depression. Auch eine lange Krankheitsdauer war mit stärkeren psychischen Problemen assoziiert, ebenso wie die Einnahme von TNF-alpha-Inhibitoren, einer Gruppe von Rheumamedikamenten.

Welche tatsächlichen Beziehungen zwischen der Krankheit selbst, den bei der Behandlung eingesetzten Medikamenten, einem möglichen Vitamin-D-Mangel und den psychischen Problemen bestehen, ist noch weitgehend unklar. 

12.10.2018 cs / Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)

 

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