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Entzündung der Gelenke: Beeinträchtigen auch das Herz
Arthritis: Herz in Gefahr

Wer unter Arthritis leidet, sollte nach Ansicht einer US-Ärztin auf sein Herz achten. Denn das Infarktrisiko bei Patienten mit dieser rheumatischen Erkrankung ist gleich wie bei Diabetes-Kranken.

Patienten, die unter einer rheumatoiden Arthritis (RA) leiden, sterben nur selten an dieser Krankheit. Die erhöhte Mortalitätsrate führt Gouri Koduri, Leiterin der rheumatologischen Abteilung im St. Alban's Hospital in Hertfordshire, auf eine Erkrankung am Herzen zurück. Laut Koduri sind Komplikationen durch die rheumatoide Arthritis bzw. die Behandlung der Krankheit entgegen der bisherigen Lehrmeinung mehrheitlich nicht für den frühzeitgen Tod der Patienten verantwortlich.

Arthritis-Erkrankte sollten also umso mehr auf ihr Herz achten. "Denn Herzprobleme müssen so früh wie möglich erkannt und behandelt werden", erklärt Koduri. Die Wissenschaftlerin untersuchte die Daten aus Krankenhäusern und Labors der so genannten Early Rheumatoid Arthritis Study (ERAS), die von neun britischen Rheuma-Einrichtungen dokumentiert wurden. Durch die Studie können Forscher Veränderungen im Krankheitsverlauf über 15 Jahre analysieren. Mit den gesammelten Daten glaubt Koduri gefährdete Patienten identifizieren zu können.

Gurkirpal Singh, Professor für Gastroenterologie und Hepatologie an der Universität Stanford
, beklagt die seiner Ansicht nach bislang zu geringe Berücksichtigung der RA als Risikofaktor für einen Herzinfakt. Dabei haben Untersuchungen ergeben, dass RA-Patienten das gleiche Risiko wie Menschen mit Diabetes haben, einen Herzinfarkt zu erleiden. Allerdings sind die RA-Patieten mit Myokardinfarkten im Schnitt um zwei Jahre älter (70,5 Jahre) und zu knapp zwei Drittel weiblich. Zwischen 1991 und 2001 sind die Krankenhausaufenthalte von Herzinfarktpatienten mit RA um die Hälfte gestiegen, während die Rate bei Menschen mit Diabetes um rund ein Drittel zurückging.

Ein verbessertes "Routine-Screening" von RA-Patienten auf Koronarkrankheiten und entsprechende Präventions- bzw. Therapiemaßnahmen können laut Singh die Sterberate von RA-Patienten aufgrund eines Herzinfarktes stark senken. Allerdings müssen die Betroffenen auch ihre Ernährung und Lebensweise anpassen, um das Risiko zu minimieren.

WANC 14.06.04/pte

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